Im laufenden Jahr erwartet die Gemeinde Michelau ähnlich gute Einnahmen wie 2015. Deshalb bewertet Kämmerer Gerd Bergmann die finanzielle Situation der Gemeinde in naher Zukunft als problemlos. "Ein Satz, den man von einem Kämmerer eher selten hört", freute sich Bürgermeister Helmut Fischer. Wie bei der Vorstellung der Jahresrechnung 2015 durch das Gemeindeoberhaupt zu entnehmen war, durfte sich die Großgemeinde im letzten Jahr über Mehreinnahmen von rund 1,2 Millionen Euro freuen.
Die Jahresrechnung 2015 schließt im Verwaltungshaushalt mit 9,7 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit 3,5 Millionen Euro ab. Wie Kämmerer Gerd Bergmann mitteilte, war durch Mehreinnahmen von rund 1,2 Millionen Euro (Gewerbesteuer 740 000 Euro und Einkommenssteuerbeteiligung 130 000 Euro) eine Zuführung zum Vermögenshaushalt von knapp 810 000 Euro möglich.
Auf eine geplante Kreditaufnahme von 350 000 Euro konnte ganz verzichtet werden. Unterm Strich schließt der Gesamthaushalt mit einem Soll-Überschuss von 1,36 Millionen Euro ab, der den allgemeinen Rücklagen zugeführt wird. Zum Jahresende 2015 sank der Schuldenstand der Gemeinde auf 4,56 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 715 Euro entspricht, die damit unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden (741 Euro) liegt. Als positiv bewertete Bergmann auch die Aussicht auf das laufende Jahr, da die Einnahmen im Haushaltsjahr 2016 voraussichtlich noch einmal ansteigen würden.


Kein Nutzen fürs Flechthandwerk

Im Jahr 1993 hatte der Gemeinderat den Beitritt zum Innovations-, Technologie- und Designzentrum des Deutschen Flechthandwerks beschlossen. Bei seiner Sitzung am Mittwochabend stimmte das Gremium geschlossen für einen Austritt. Wie Bürgermeister Fischer erläuterte, wurde das Innovationszentrum mithilfe der Gemeinde Michelau gegründet, um das heimische Flechthandwerk zu fördern. Seit einigen Jahren habe sich das Innovationszentrum aber zu einer Unterabteilung der Hochschule Coburg entwickelt, bedauerte Fischer, der damit keinen Nutzen mehr für das heimische Flechthandwerk sah. Zudem habe schon seit Jahren keine Mitgliederversammlung stattgefunden.
In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass mittlerweile auch ein Austritt aus dem Zentrum Europäische Flechtkultur (ZEF) erfolgt sei, da sich die Ausrichtung des Vereins immer mehr auf die Belange der Stadt Lichtenfels mit ihrem Korbmarkt konzentriere.
Da sich die finanzielle Situation der Gemeinde verbessert hat, erhalten auch die beiden Geh- und Radwege Schwürbitz-Lettenreuth und Neuensee- Schwürbitz eine Beleuchtung. Wie Bürgermeister Fischer zu den Kosten mitteilte, beliefen sich diese vor zwei Jahren auf rund 80 000 Euro für beide Wege bei jährlichen Stromkosten von 2200 Euro.


Kommunalschlepper-Kauf

Mangels Ersatzteile ist der gemeindliche Bagger seit Monaten stillgelegt. Ebenso wie der Unimog des Bauhofes, dessen Reparatur rund 10 000 Euro kosten würde. Als Ersatz für den Unimog beschloss der Gemeinderat die Anschaffung eines sogenannten Kommunalschleppers, der auch im Winterdienst eingesetzt werden kann und eines Baggers.
Des Weiteren bestätigte der Gemeinderat die Wahl des Kommandanten Tobias Winterbauer und seines Stellvertreters Kim Förtsch der Freiwilligen Feuerwehr Neuensee.
Aus der letzten nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung teilte Bürgermeister Fischer die Vergabe folgender Aufträge mit: Die Resterschließung der Goethestraße an die Firma Schindhelm, Sonneberg für 76 500 Euro; die Erstellung eines Baumkatasters für das Gemeindegebiet an die Firma RIWA Memmingen für 19 300 Euro sowie die Anschaffung eines Gerätewagens Logistik für die FFW Michelau für 105 000 Euro.
Am 8. April, 14 Uhr, findet auf dem Anger in Michelau der Spatenstich für die geplante Deichnachrüstung statt. Dazu wird die Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Ulrike Scharf, erwartet.