Zum Einkauf oder in Bus und Bahn gehört sie ab jetzt dazu: Die Schutzmaske. Doch halten sich die Bad Staffelsteiner an die neue Verordnung?
Es gibt sie schlicht in Weiß oder in Schwarz, andere wiederum sind farbenfroh gemustert. Eines sollten sie aber unabhängig vom Aussehen: Den Träger und vor allem die Mitmenschen vor der Ausbreitung des Corona-Virus schützen. Wer seit Montag ein Geschäft zum Einkauf aufsucht oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, muss dabei in Bayern nun eine Schutzmaske tragen. Gleichzeitig durften Läden mit einer Verkaufsfläche unter 800 Quadratmetern wieder die Türen zum Verkauf aufsperren.
Ein Gang durch die Regale des Edeka-Supermarktes Werner in der Bamberger Straße lässt erkennen: Hier hält sich bisher jeder an die neue Verordnung. Bis jetzt sei noch niemand ohne Maske in den Laden gekommen, sagt der Bad Staffelsteiner Marktleiter Patrick Lübberstedt. Falls dies aber doch einmal vorkommen sollte, beispielsweise, weil ein Kunde seine Stoffmaske vergessen hat, gibt es an der Infothek einen Mund-Nasen-Schutz zu kaufen.
Zwischen einem und drei Euro kostet eine solche Maske. "Das ist der Selbstkostenpreis, wir möchten keinen Gewinn damit machen", sagt Marina Werner, Inhaberin der fünf Edeka-Märkte Werner. Unentgeltlich möchte sie die Schutzstoffe aber auch nicht hergeben, damit die Kunden nach wie vor sensibilisiert dafür bleiben, dass diese wichtig sind.
Alle Mitarbeiter der Supermärkte hätten bereits eine Woche vor dem 27. April Masken im Verkauf getragen, sagt sie. Um den Kunden ein Stück weit ein Vorbild zu sein und zudem, um zu testen, wie die Zusammenarbeit so funktioniere. Aber auch von den Kunden sei sie überrascht gewesen, die Hälfte bis drei Viertel aller habe bereits vor dem offiziellen Beginn eine Maske getragen. Größtenteils hätten sich die Kunden in den vergangenen Wochen aber ohnehin rücksichtsvoll gegenüber dem Personal verhalten, so Marina Werner.
Langes Tragen wird unangenehm
In den fünf Edeka-Märkten Werner sind insgesamt 230 Mitarbeiter tätig. Allen wurden Masken zur Verfügung gestellt. Sowohl Einmal-Masken, als auch kochbare zur Mehrfachverwendung sind vorrätig, sagt Marktleiter Patrick Lübberstedt. Aber die Mitarbeiter dürften auch auf eigene Masken zurückgreifen. "Man muss sich wohlfühlen", meint Marina Werner.
Doch dass es teilweise anstrengend und unangenehm sei, die Masken für mehrere Stunden zu tragen, lässt sich nicht verbergen. Gerade im Einzelhandel sei man viel in Bewegung, sagt Marina Werner, da verrutsche die Maske schnell einmal. Gleiches gelte für das Sprechen. "Es ist schwieriger geworden, die Leute mit Maske zu verstehen", ergänzt Patrick Lübberstedt. Für Marina Werner ist es deswegen kein Problem, wenn die Mitarbeiter zwischendrin für einen Moment das Lager oder einen Nebenraum aufsuchen, "damit sie mal durchatmen können."
Die Fußgängerzone ist belebt
Anders empfindet das Alexandra Hofmann, Inhaberin von Housers home, einem Geschäft für Deko und Geschenke in der Innenstadt. Seit Montag darf auch sie wieder geöffnet haben. Die Inhaberin trägt eine Stoffmaske, die in der Region genäht wurde. Diese Masken verkauft sie auch in ihrem Laden, am Vormittag seien bereits zwei davon über die Theke gegangen. Den Gesichtsschutz empfindet sie als gewöhnungsbedürftig, aber doch bequem. "Ich habe meine Maske seit halb zehn auf", sagt sie am Montag gegen Mittag.