In der Sitzung des Marktgemeinderates am Montagabend stellte das Ingenieurbüro Reichert das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) inklusive dem Kommunalen Denkmalkonzept (KDK) vor. Ausführlich wurde auf die Vorgehensweise, die Ziele und das Ergebnis der Haushaltsbefragung eingegangen. 20 bis 25 konkrete Maßnahmen wurden erläutert.

Der Ausbau der Wegeverbindungen, die sichere Anbindung des Dorfladens, ein Parkraumkonzept sowie die Weiterentwicklung der Ortsdurchfahrt wurden vorgeschlagen. Durch das hohe Verkehrsaufkommen (5500 Fahrzeuge in 24 Stunden) müsse überlegt werden, wie man den Verkehr integrieren könne, um trotzdem die Baudenkmäler zu schützen. Was das Parken beträfe, könne man Entlastungsmöglichkeiten am Ortsrand, Anwohnerparkmöglichkeiten und zusätzliche Förderung von Parkplätzen forcieren. Hinsichtlich des öffentlichen Personenverkehrs teilte der Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech mit, dass die Firma Götz in zwei bis drei Jahren durch den VGN abgelöst werde, und sich dann das Angebot des Personennahverkehrs verbessern würde. Was den Sektor Familie, Jugend und Senioren betraf, solle man am Ausbau von Wohn- und Betreuungsangeboten für ältere Menschen arbeiten, was ja mit dem Projekt "Markt 28" bereits in Angriff genommen werde.

Wohnraum für junge Menschen

Aber auch jüngere Menschen sollen an die Marktgemeinde gebunden werden, indem geeigneter Wohnraum geschaffen werde. Der Sprung aus dem Elternhaus solle somit erleichtert werden. Dies beinhalte auch die Förderung des sozialen Zusammenhalts und das Herstellen von Treffmöglichkeiten. Mögliche Treffpunkte können der Dorfladen, der Dorfplatz beim ehemaligen "Weißen Lamm", die Liebesinsel in der Rodach (mögliche Umgestaltung zum Wasserspielplatz), Ruhezonen an der Rodach sowie eine Vernetzung durch einen Rundweg auch zum Freischießenplatz werden.

Reinhard Hutzelmann vom Ingenieurbüro Reichert ermutigte die Ratsmitglieder angesichts der historischen Gebäude und deren Lage: "Man soll Perlen, die man hat, polieren und zum Glänzen bringen!" Hinsichtlich dieser "Perlen" betonte Klaus Stiefler (Ingenieurbüro Reichert), dass man darauf achten müsse, nicht so viele Freiflächen zu verbrauchen und die Potenziale im Innenbereich zu nutzen. Die Innenentwicklung Marktzeulns müsse somit vor der Außenentwicklung stehen. Zur Leerstandsproblematik und dem "Bunkern" von Grundstücken könne man den Eigentümern anbieten, nach Verkauf ihres Eigentums mit den Geldern sich an kommunalen Immobilien wie Markt 28 zu beteiligen und Bürgergenossenschaften zu gründen, die ein barrierefreies Wohnen im Alter ermöglichen würden. Auch an ein Nachnutzungskonzept für Scheunen wurde gedacht. Diese könnten nicht nur als Garage, sondern auch zum Wohnen, als Ferienwohnung oder zur touristischen Nutzung dienen. Beim Thema "Ausbau und der Aufwertung der Versorgung" wurde sowohl auf den Dorfladen wie auch auf den Monatsmarkt eingegangen. Da dieser überörtliche Aufmerksamkeit besitze, müsse er funktional und gestalterisch aufgewertet werden. Dies könne durch die Umgestaltung der Marktstraße (Projekt Markt 28, ehemaliges Asylbewerberheim) gelingen.

Doch nicht nur für Marktzeuln, auch für die Ortsteile existieren Verbesserungsmöglichkeiten. In Zettlitz könne man das Dorfgemeinschaftshaus attraktiv als Treffpunkt kreieren und auch die Ortsmitte neugestalten. Als Mehrgenerationentreff könne ein Spielplatz dienen. Für Horb könne man die Verlegung des Radweges in Betracht ziehen. Als neue Dorfmitte könne das Umfeld eines Vereinsheimes mit kombiniertem Feuerwehrhaus dienen. Zudem wäre eine vekehrssicherere und attraktivere Gestaltung der Kreuzung B289/Obristfelder Straße wünschenswert. Frau Reichert erklärte hinsichtlich des Kommunalen Denkmalkonzeptes dass Marktzeuln sich hervorragend als Lernort (Kulturerbe macht Schule), Seminarstandort der Denkmalpflege und Ferienort eigne. Auch einen Themenrundweg "Markt-Land-Fluss" könne sie sich gut vorstellen. Mögliche Themen wären unter anderen: Historische Gewässersituation, Kultur der Flößerei und des Flechthandwerks, einstige Funktionskette in der Brauhausstraße (Rathaus, ehem. Badhaus, abgegangenes Gemeindebrauhaus, Rodachufer) Scheunenviertel als typische Elemente des historischen Ortsrandes, Architektur und typische Baudetails (dargestellt anhand von Zeulner Beispielen), Vorstellung besonderer Einzelbauten und traditionelle Freizeitstätte am alten Schützenhaus (Bezug zum Zeulner Freischießen). Bürgermeister Friedlein-Zech bedauerte, dass leider aktuell aufgrund der Coronakrise keine direkten Bürgergespräche möglich seien. Man wolle aber die Bürger online beteiligen. Die Ergebnisse der Präsentationen des ISEK und des KDK würden auf der Homepage der Marktgemeinde veröffentlicht. Gemeinderätin Jutta Stark (UBMz) machte sich Sorgen bezüglich dieser Information für ältere Bürger. Doch der Bürgermeister erklärte, dass durch die Veröffentlichung der Ergebnisse von ISEK und KDK in der Zeitung auch die Information der älteren Bevölkerung sichergestellt wäre. Somit billigte der Gemeinderat den Entwurf von ISEK und KDK und stimmte der Durchführung der öffentlichen Beteiligung zu. Aus dem Gemeinderat:

Bauangelegenheiten: Bauvoranfrage Fl.Nr. 848/19 Gemarkung Marktzeuln (Gräfin-Alberada-Ring 20) Antrag auf isolierte Befreiung hinsichtlich Baugrenze und Dachform>: Errichtung eines Carports, Lucas-Cranach-Str. 53, FlNr. 827/20 Marktzeuln

Anfragen aus dem Gemeinderat: Gemeinderat Gehrlich (UBMz) erwähnte, dass von einem Grundstück am Ostaring Ziegeln auf ein Nachbargrundstück fallen würden. Der Bürgermeister erklärte, dass das Landratsamt bereits informiert sei. Gemeinderätin Degen (UBMz) beschwerte sich über einen Fußgängerweg, der total eingewachsen sei und ein normaler Durchgang nicht möglich sei. Sachbearbeiterin Heidi Herrmann erklärte, dass die Gemeinde nur über eine sicherheitsrechtliche Anordnung etwas unternehmen könne. Dies sei bereits in die Wege geleitet worden. Gemeinderat Pülz (CSU) war erstaunt, dass die Skateranlage an der Schule nach einer halbjährigen Sperrung nun abgebaut wurde. Er bat darum, künftig vorher den Gemeinderat zu informieren. Friedlein-Zech erläuterte, dass sicherheitsrechtliche Bedenken ein Weiterbetreiben dieser Anlage im Wege gestanden hätten.