In diesem Jahr legen bayerische Bauern bereits zum siebten Mal freiwillig "Blühende Rahmen" rund um ihre Felder an. Durch diese Aktion schaffen Landwirte Lebensraum für Bienen und Wildtiere. 2016 sind alleine über die offiziellen Agrarumweltmaßnahmen Blühstreifen und -flächen auf einer Fläche von mehr als 12 000 Hektar entstanden. Auch Johannes Angermüller, Landwirt aus Buch am Forst, beteiligt sich an der Initiative.
Auf seinen Feldern sprießen heuer nicht nur Weizen, Roggen, Raps und Mais, sondern auch Koriander, Malven, Fenchel und bläulich blühender Lein. "Mit den Blühstreifen schaffen wir Weideflächen für Bienen, Insekten und Wildtiere", sagte gestern auf einem Acker am Kreuzweg Vater Hermann Angermüller, der die Aktion durchführt. Eine hohe Artenvielfalt werde auch in den naturnahen Hecken erreicht, die im Rahmen der Flurbereinigung gepflanzt wurden. Der Wildacker am Kreuzweg sei eine ideale Ergänzung.
"Es ist wichtig, der Bevölkerung zu zeigen, dass die Landwirte für Natur, Bienen und Tiere etwas tun und das Zusammenspiel mit der Landwirtschaft bekannt zu machen", unterstrich der Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes, Hans Rebelein. Im Rahmen eines Wettbewerbs sollen auch in diesem Jahr wieder gute Ideen rund um die "Blühenden Rahmen" ausgezeichnet werden.


Für Bienen wichtig

Auch die Imker vor Ort begrüßen die Aktion des Bauernverbandes. "Blütenpollen in den Umrandungen und Wildäckern sind Gold wert", informierte Imker Heinz Fleischmann, der zwischen vier und zehn Stöcken am Glasberg aufstellt. Hier blühe es ab dem Frühsommer und im August lohne es sich für die Bienen immer noch, hinzufliegen, wenn alles andere bereits abgeerntet sei. Gerade dann entstehe das Wintervolk und die Bienen für das kommende Jahr, wobei der hochwertige Pollen der ausgesäten Kräuter sehr wichtig sei. Die Verbindung von Landwirten und Imkern sei von Natur aus sehr eng. "Bienen brauchen Blüten und Blüten brauchen Bienen. Bei Imkern und Bauern ist es ähnlich", machte er deutlich .
Kreisbäuerin Marion Warmuth sagte: "Die vielen Rückmeldungen von Spaziergängern und Radfahrern haben gezeigt: Der Einsatz lohnt sich." Sie wies darauf hin, dass die Blühpflanzen unter Schutz stehen und nicht gepflückt werden dürfen. Einige Spaziergänger hielten sich nicht daran. Wenn im Frühjahr und Sommer der Klee, Rot- und Wiesenschwingel, der Buchweizen und die Luzerne blühen, hat sich die Arbeit von Hermann Angermüller gelohnt. Am "Breiten Stück" zwischen Ober- und Untersiemau, an der "Schön" in Buch und am Kreuzweg hat er auf 2500 Quadratmeter eine Blühsamenmischung gesät. Als Jagpächter legte er auf 5000 Quadratmetern Waldrandstreifen an, wo er mehrjährige Pflanzen eingesät hat. Ein Wermutstropfen fällt in die segensreiche Aktion "Blühende Rahmen": Am Kreuzweg wird erstmals das Sonnenwendfeuer des "Liederkranzes" ausfallen. "Es stehen keine Helfer zur Verfügung, die das trockene Holz aus den Wäldern herbeischaffen", bedauerte Angermüller, der auch Dirigent ist.