Zwei Schranken verhindern, dass der Spielplatz "Spielwinix" auf dem Kordigast mit einem Auto angefahren werden kann. Sehr zum Leidwesen vieler Landwirte, die auf dem Berg ihre land- und forstwirtschaftlichen Grundstücke bewirtschaften.

Das Aufsperren der Schranken wird von ihnen als umständlich empfunden. Bei einem Ortstermin vor ein paar Tagen hat man eine Lösung gefunden, die am Dienstagabend im Bauausschuss für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Den Stein ins Rollen gebracht hatte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU), der die Ausschussmitglieder über den gefundenen Kompromiss zwischen Bauern, Landkreis und Kommunen informierte. Er sieht vor, dass die Schranken im Winter grundsätzlich offen, in den Sommermonaten wie bisher nur an den Wochenenden und Feiertagen geschlossen sind.

Hümmer freute sich darüber, dass nun auch die Stadt Weismain eine Sperrung für den Autoverkehr veranlasst habe. "Die Polizei ist bereit, unter der Woche zu kontrollieren", sagte der Bürgermeister. "Wenn es an den Geldbeutel geht, werden die Leute vernünftig", begrüßte sein Fraktionskollege Edwin Jungkunz den Entschluss der Ordnungshüter.

Es muss auch Ausnahmen geben

Hümmer verwies darauf, dass es neben den Landwirten noch weitere Ausnahmegenehmigungen geben müsse. "In der Familie, die die hintere Gastwirtschaft betreibt, die zu Weismain gehört, gibt es einen Pflegefall. Für die Pflegekräfte der Caritas Sozialstation muss es ebenso wie für die Besucher der Gastwirtschaft eine Ausnahme geben", sagte der Bürgermeister. Nach Ansicht von Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) gehöre zur Sperrung eines öffentlichen Weges auch der Erlass einer verkehrsrechtlichen Anordnung, in der genau drinstehe, was Sache ist. "Eine solche rechtliche Handhabe wurde versäumt", kritisierte er. Dem widersprach der Bürgermeister: "Sie hat es mit Sicherheit gegeben, schließlich steht das Fahrverbotsschild auf Altenkunstadter Seite schon seit zehn Jahren dort."

Winkler regte an, ein Schild mit dem Hinweis "Fußweg zum Spielplatz. Zehn Gehminuten" anzubringen. Außerdem müsse man sich eine Regelung für Behindertengruppen einfallen lassen. Hans-Werner Schuster (CSU) sprach ein anderes Thema an, das den Spielplatz betrifft. Zur Sicherheit der Kinder sollte der Weg mit einem kleinen Zaun ausgestattet werden. Widerspruch kam von Maximilian Deuber von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG): "Im Wald und noch dazu auf einem Weg ohne Autoverkehr brauche ich keinen Zaun zum Schutz der Kleinen."

Werbung nimmt überhand

Im November hatte der Bauausschuss beschlossen, die drei Werbetafeln auf dem Gelände des Fahrzeugcenters Hawe in der Weismainer Straße durch eine einzige zu ersetzen. In der jüngsten Sitzung lag dem Gremium erneut ein Antrag auf Errichtung einer Werbeanlage in der Weismainer Straße vor. Auf dem Gelände des Baur-Parkplatzes unweit der Mainbrückenkreuzung möchte die Deutsche Plakat-Werbung eine doppelseitige und beleuchtete Werbeanlage aufstellen. "Sie ist 4,47 Meter hoch und 3,98 Meter breit", sagte Astrid Redinger von der Bauverwaltung. "Es nimmt überhand mit der Werbung in der Weismainer Straße", sprach Hans-Werner Schuster (CSU) seinen Ausschusskollegen aus der Seele. Nur der Bürgermeister stimmte von den elf Sitzungsteilnehmern für die Errichtung der Tafel, zu der es nicht kommen wird.

In Klosterlangheim soll ein Solarpark entstehen. Als Nachbarkommune wurde der Bauausschuss um eine Stellungnahme gebeten. Nicht alle in dem Gremium waren von der Freiflächenphotovoltaikanlage auf einer Fläche von 6,39 Hektar begeistert. Ludwig Winkler sprach von einer bedenklichen Tendenz auf hochwertigen Ackerflächen, solche Anlagen zu errichten. "Photovoltaik sollte auf Dächern oder entlang von Autobahnen stehen", pflichtete ihm Stephanie Dittrich (Grüne) zu. Eine knappe Mehrheit im Gremium sah das anders: Mit sechs zu fünf Stimmen wurde das Projekt begrüßt.

In nichtöffentlicher Sitzung hatte der Bauausschuss Aufträge vergeben und Mehrkosten abgesegnet. Der Bürgermeister bezifferte den finanziellen Mehraufwand, der bei der Entsorgung des Klärschlamms durch die Stadtsteinacher Baufirma Günther entstanden war, auf rund 25 600 Euro. Mit 8500 Euro schlagen die Lichtkuppeln zu Buche, mit denen ein Fachhändler mit Sitz in Koblenz die Altenkunstadter Kordigasthalle ausstatten wird. 4523 Euro kosten die Malerarbeiten an den Gemeindewohnungen am Galgenberg in Altenkunstadt, mit denen der Burgkunstadter Malerbetrieb Beck beauftragt worden ist. Der Bauhof erhält neues Akkuwerkzeug von der G. Sachs Eisenwaren GmbH aus Kulmbach. Kostenpunkt: 1817 Euro. Die Kreuzberg-Kita in Altenkunstadt wird mit einer Waschmaschine zum Preis von 1145 Euro ausgestattet, die die Weismainer Firma Herold liefern wird. Im Zeublitzer Feuerwehrhaus kam es zu einem Wasserschaden. Mit dessen Beseitigung wurde die Firma Casper Haustechnik beauftragt, die der Gemeinde 1039 Euro in Rechnung stellt. Und last but not least beteiligt sich die Gemeinde mit 1029 Euro am Ausbau eines Weges der Jagdgenossenschaft Spiesberg/Zeublitz.