Es ist ein erklärtes Ziel der Kirche, in Zeiten der Pandemie und des Lockdowns Zeichen zu setzen, die Hoffnung machen. Einen willkommenen Anknüpfungspunkt bildet dabei aktuell die "Ökumenische Friedensdekade". Sie wird von den Christen deutschlandweit seit 30 Jahren gefeiert.

Das zehntägige Zeitfenster erstreckt sich heuer vom Sonntag , 8. November. bis Mittwoch, 18. November, dem Buß- und Bettag. In Michelau zeigt sich die Evangelische Jugend unter der Leitung von Diakon Marco Schindler sehr engagiert, um das Thema "Frieden" lebendig werden zu lassen.

"Es ist für die Jugend ganz wichtig, dass noch was geht, dass eben doch nicht alles abgesagt werden muss", begründet Diakon Marco Schindler dieses Engagement. Er sieht in der "Offenen Kirche" in Michelau einen wichtigen Gegenpol zum allgegenwärtigen Lockdown. Gemeinsam mit den Jugendlichen hat er in der Michelauer Johanneskirche acht Stationen rund um das Thema Frieden aufgebaut.

Sich persönlich einbringen

Diese können von den Kirchenbesuchern täglich von 9 bis 17 Uhr aktiv besucht werden. Aktiv bedeutet dabei, dass sich die Besucher an jeder einzelnen Station persönlich einbringen können. Dies geschieht durch die unterschiedlichsten Aktivitäten, bei denen jeder Einzelne im wahrsten Sinn des Wortes seine Spuren hinterlassen kann.

Zwei spezielle Gottesdienste

Den Rahmen für diese individuellen Besuche bilden zwei Gottesdienste. Der erste fand in Form eines gut besuchten Jugend-Gottesdienstes bereits am zurückliegenden Sonntag statt. Der abschließende Gottesdienst findet am Mittwoch, 18. November, im Rahmen des Buß- und Bettages statt. Auch hier will sich die Jugendgruppe einbringen und eine Bilanz ihrer Aktionen und Aktivitäten ziehen.

Wer unter Beachtung der AHA-Regel (Mund-Nasen-Schutz, Desinfektion, Abstand) in diesen Tagen die Johanneskirche besucht, der kann im Uhrzeigersinn die einzelnen Stationen durchlaufen. Beginnend am Taufstein kann jeder Besucher ein Licht des Friedens und der Hoffnung anzünden. Es ist ein Friedenslicht der Hoffnung in der dunklen Jahreszeit. Ein CD-Player lädt dazu ein, Friedenslieder anzuhören. Es sind Lieder für jeden Geschmack von Pop bis Klassik, Lieder, bei denen man die Gedanken fließen lassen kann. Seitlich an der Wand sorgen "Good News" für die Erkenntnis, dass es auf dieser Welt nicht nur Krieg, Krisen und Konflikte gibt.

Dennoch lässt sich die Not vieler Menschen nicht wegdiskutieren, und so kann jeder Besucher Zettel mit seiner persönlichen (An-)Klage in die Ritzen einer Klagemauer stecken. Da es sich dabei durchaus um sehr persönliche Anliegen handeln kann, werden die einzelnen Zettel am Ende der Aktion ungelesen vernichtet.

Den inneren Frieden finden

Anders ist es mit den persönlichen Orten des Friedens. So unterschiedlich diese Orte sein können, ob draußen in der Natur oder in den eigenen vier Wänden, an den verschiedensten Orten kann man seinen inneren Frieden finden. Einzelne dieser Vorschläge sollen im Rahmen des Gottesdienstes am Buß- und Bettag vorgelesen werden.

Kleine Schritte zum Frieden

Kleine Schritte kennzeichnen den Weg des Friedens. So kann der Kirchenbesucher seine kleinen und großen Vorschläge auf einen Fußabdruck schreiben. Die Fußabdrücke markieren den Weg durch die Kirche hin zu den letzten beiden Stationen. Eine Antwort, wie es gelingen kann, Frieden zu schaffen, findet man in Kolosser 3 Vers 15, der auf dem Lesepult ausliegt.

Die letzte Station "Frieden ist bunt" bringt den Besucher nach draußen. Rund um die Kirche ist viel Platz für Friedensbotschaften. "Schreibe ein Wort, welches du mit Frieden verbindest, zu den anderen Begriffen mit Straßenkreide dazu", lautet die Aufforderung. Diesem Auftrag kommen auch Diakon Marco Schindler und Mareike Nauman, sie ist aktives Mitglied im Jugendausschuss, gerne nach.

"Ja, wir waren ganz schön kreativ", bestätigt Mareike Naumann stolz auf Nachfrage. Insgesamt 26 Themenvorschläge haben die neun Jugendlichen zur "Ökumenischen Friedensdekade" gesammelt.

Pfarrer Beck feiert Gottesdienst

Aktiv beteiligen sich die Jugendlichen am Auftakt- und am Schlussgottesdienst, der von Pfarrer Gundolf Beck am Buß- und Bettag gehalten wird. In der Zwischenzeit betreuen sie die Stationen in der Johanneskirche, wo sie auch regelmäßig nach dem Rechten schauen.