"Wir bauen in Bad Staffelstein bis Ende des Jahres eine Fertigungsstruktur auf. Die Aggregate sind teilweise schon da, müssen aber erst noch installiert werden", sagt Hans-Peter Langsch, Geschäftsführer der Rödentaler Goebel Porzellan GmbH, zu der die Staffelsteiner Firma Kaiser-Porzellan gehört. "Bis Ende Mai wird Goebel nach Bad Staffelstein umziehen", fährt er fort. Die Verwaltung werde hierher verlegt. Das bedeute 100 Arbeitsplätze mehr für Bad Staffelstein. Rödental werde von Goebel-Seite ganz aufgegeben. Die Hummel-Manufaktur mit der Figurenfertigung bleibe dort. Den Vertrieb der Figuren wickle Goebel ab.


Fachkräfte gesucht

Für den Standort Bad Staffelstein bedeute dies zudem, dass zehn bis 20 Fachkräfte gesucht und neu eingestellt werden. In der Manufaktur sollen diese Mitarbeiter im Bereich der Form- und Weißfertigung sowie der Dekoration eingesetzt werden.
Im kleinen Umfang werde spätestens zum Jahresende damit begonnen, in Bad Staffelstein wieder zu produzieren: Hochwertige Dinge in kleinen Auflagen, wie Hans-Peter Langsch sagt - also große Vasen, Schalen sowie jene Gießartikel, die eine spezielle Technologie und Fachkenntnisse des Personals erfordern.

Für Kaiser-Produkte, fährt er fort, sei derzeit am Markt ein Nachfrageschub im kleinen Bereich zu verzeichnen - "aber die Nachfrage wächst, was den Aufbau einer eigenen Fertigungsstruktur rechtfertigt". Es sei aber nicht daran gedacht, in großen Mengen zu produzieren wie noch in den 1990er-Jahren, als Kaiser-Porzellan bis zu 900 Mitarbeiter hatte. Vielmehr sei es das Ziel, kleine und feine Produkte aus dem kunsthandwerklichen Bereich zu erzeugen.

Um in diesem luxusorientieren Porzellanbereich produzieren zu können sei Qualitätsarbeit unverzichtbar. Seit etlichen Jahren habe Goebel/Kaiser in China, Thailand und Vietnam, aber auch in Polen und Tschechien produzieren lassen. Doch der Wandel in diesen Ländern vollziehe sich rasch.

Betriebswirtschaftlich ausgedrückt: Produktivität ist in Fernost kaum vorhanden, die Löhne sind gestiegen und Fachkräfte nach deutschen Standards nicht zu bekommen - bestenfalls angelernte Kräfte.

Entwicklungs- oder Schwellenländer von einst wurden sehr schnell zu Industrieländern, fährt er fort. "Was uns in der Vergangenheit zwang, ins Ausland zu gehen, ist nicht mehr so; die Mindestlöhne in China sind mittlerweile höher als in Rumänien." Deshalb sei es naheliegend gewesen, Produktionskapazität zurückzuholen. Das habe zur Entscheidung geführt, den Standort Bad Staffelstein, der das Eigentum der Goebel/Kaiser-Gruppe ist, zu stärken und hier den Wiederaufbau einer Fertigung im Manufakturbereich anzustreben.

"Der Standort erfährt schon eine sehr starke Aufwertung", sagt Hans-Peter Langsch über das Staffelsteiner Werksgelände mit 60.000 Quadratmetern (davon 45.000 überbaut). "Wir hatten immer genügen Kreativität am Standort und wollten hier nie eine Industriebrache entwickeln." Nach der Insolvenz von 2001 standen viele Hallen leer, andere wurden (und bleiben weiter) vermietet.

Die Firmengruppe, die rund 2500 Mitarbeiter (davon zehn in Bad Staffelstein) hat und gut 5000 Kunden in 50 Ländern beliefert, investierte in den vergangenen fünf Jahren rund 750.000 Euro in die Renovierung der Staffelsteiner Gebäude - "und mittlerweile haben wir sogar Platzbedarf", sagt Langsch.