Der Wunsch nach einem Radweg zwischen Trieb und Michelau wurde bei der Bürgerversammlung für die Stadtteile Trieb und Degendorf am Dienstag in der Gaststätte Schardt in Trieb erneut geäußert. Da bisher die Finanzierung problematisch sei, konnte das Vorhaben nicht durchgeführt werden, bedauerte Bürgermeister Andreas Hügerich. Hoffnung bestehe aber jetzt durch das neue "Radverkehrsprogramm Bayern 2025" des Innenministeriums. Danach soll Bayern bis 2025 ein durchgängiges Radverkehrsnetz erhalten. 400 Millionen Euro sollen von 2016 bis 2025 vor allem in den Radwegebau entlang von Bundes- und Staatsstraßen investiert werden. Er habe sich bereits in einem Schreiben an das Staatliche Bauamt Bamberg mit dem Anliegen gewandt.

Großes Interesse zeigten die Versammlungsteilnehmer an den neuesten Plänen für den Bau der neuen Bundesstraße 173, die nicht durch die Klage Hochstadts berührt werden, so Bürgermeister Hügerich. Ludwig Gack befürchtete, dass es Probleme mit dem Weg nach Naßanger gebe, der in der Flutmulde des Mains in das Naturschutzgebiet führe. Gack kritisierte, dass Trieb von der Stadt nicht ausreichend berücksichtigt werde. Zum Beispiel bei der Errichtung eines Lärmschutzes. Günther Lorenz widersprach: "Alle Belange des Stadtteils wurden in die Stellungnahme aufgenommen". Sonja Kastner war unzufrieden mit dem schlechten Zustand der Straßen in Trieb.

Bürgermeister Hügerich stellte fest, dass bei der Vielzahl von sanierungsbedürftigen Straßen im Stadtgebiet Prioritäten gesetzt werden müssen. Helmut Handke forderte eine behindertengerechte Gestaltung des Friedhofs. Der geschotterte Hauptweg sei für Benutzer von Gehhilfen oder Rollstühlen schwer zu überwinden. Außerdem müsse die Bordsteinkante zum Hauptweg abgesenkt werden. Handke stellte fest, dass der Radweg an der Bahn in Richtung Michelau ständig bis zu 30 Zentimeter hoch überschwemmt werde. Stadtbaumeister Jürgen Graßinger führte das auf "Fällarbeiten" von Bibern zurück.

Heinz Will kritisierte, dass Schneeräumfahrzeuge nicht zeitig genug den Krappenrother Berg räumen.
Die Breitbandversorgung in Trieb lasse immer noch auf sich warten, wurde bemängelt. Bürgermeister Hügerich gab zu, dass es noch einige "weiße Flecken" gebe. Hoffnung machte er den Teilnehmern durch ein neues Förderprogramm des Freistaates. Die Forderung nach einer Beschränkung auf 30 Kilometer pro Stunde in der Karolinenstraße wurde erneut erhoben. Verkehrsrechtlich sei das bisher nicht durchzusetzen, bedauerte Hügerich. Er bezog sich auf ein Gespräch mit der Polizei und erwähnte, dass die Stadt Schilder mit "Vorsicht Kinder" angebracht habe. Bezüglich der Geschwindigkeitskontrollen werde eine verdeckte Messung vorgenommen.

Johann Schratz wünschte sich Hundetoiletten auch an der Langenau in Richtung Schwürbitz. Eine Gefahr für Kinder sahen Anwohner des Von-Malsen-Rings durch Bauschuttablagerungen auf einem städtischen Grundstück. Jagdvorsteher Ludwig Gack befürchtete, dass durch die Bebauung des letzten Grundstücks Am Paulusbrunnen die Zufahrt zu landwirtschaftlichen Flächen behindert werde.

Bei dem Wunsch nach einer Urnenwand auf dem Friedhof bei der letzten Bürgerversammlung habe man einen Kompromiss gefunden. Es könnte eine Reihe kleiner Stelen, analog dem Urnenhain im städtischen Friedhof Lichtenfels, aufgestellt werden. Bei einem Gespräch mit dem Friedhofsamt und dem Ortssprecher Hermann Steinbach sei festgestellt worden, dass eine Urnenwand wirtschaftlich nicht sinnvoll sei.

In seinem Bericht hob Bürgermeister Andreas Hügerich die gute finanzielle Lage der Stadt hervor, die viele Investitionen möglich machte. Er erwähnte die Innenstadtbelebung durch eine neue Kindertagesstätte in der Reitschgasse und die Nutzung der stadteigenen Gebäude Marktplatz 10 und Marktplatz 2. Schwerpunkte der Investitionen seien die Gewerbe- und Wohngebiete An der Zeil in Schney und an der A 73.

Für das Jahr 2018 befürchtet der Bürgermeister eine ungünstigere Ausgangsposition als im Jahr 2017. Er wies auf eine geringere Schlüsselzuweisung und auf eine höhere Kreisumlage hin. Außerdem müssten jetzt begonnene Projekte abgewickelt und finanziert werden. Rückflüsse, insbesondere durch Beiträge und Grundstücksverkäufe, könnten noch nicht zugesichert werden.