Günther Kohles ist ein Redwitzer Urgestein, das sich seit etlichen Jahren im Ruhestand befindet, aber dessen Leben sowohl durch seine Familie und einen großen Bekanntenkreis als auch durch Vereine und Hobbies voll ausgefüllt ist.

Kohles, der in Redwitz aufgewachsen ist, hatte mit dem Verlust beinah seiner ganzen Familie im Krieg einen ersten Schicksalsschlag in seinem Leben zu meistern. Nach dem Schulabschluss auf dem Lichtenfelser Meranier-Gymnasium ist er 1960 zur Polizei. Er durchlief die Ausbildung und kam 1965 zurück in die Heimat zur Polizeiinspektion Lichtenfels.

Leiter der zivilen Einsatzgruppe

Dort war er im kriminalpolizeilichen Bereich tätig. 1984 wechselte er zur Polizeidirektion Coburg und wurde Leiter der zivilen Einsatzgruppe. "Es war interessant, mit jungen Fahndern zu arbeiten ", erinnert er sich an diese Zeit zurück. 1993 wurde er Sachgebietsleiter in der Verbrechensbekämpfung und Pressesprecher. Als Kriminalhauptkommissar trat er 2002 in Pension.

Auch kommunalpolitisch war Kohles vielseitig engagiert. 1972 trat er der Fraktion der Freien Wähler, die sich jetzt "Unabhängige Wähler Redwitz" nennt, bei. "In eine Partei wollte ich nicht", stellt er klar. Werber und Vorbilder waren väterliche Freunde wie Heinrich Gärtner, Willi Sterzer und Harald Gampert. Für den Gemeinderat war er im Finanz- und Personalausschuss tätig. Zwölf Jahre war er Zweiter Bürgermeister. "Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern im Rathaus und Bauhof war hervorragend", schwärmt er. Nach dem Ausscheiden älterer Gemeinderatskollegen erachtete es Kohles für wichtig, junge Leute anzusprechen. Der Erfolg der letzten Wahl sollte ihm Recht geben. Für wichtig hielt er im Gemeinderat, dass das Betriebsklima passt. Von "Denkmälern" seiner Zeit will Kohles nichts wissen. "Durch meine Arbeit im Finanzausschuss war ich bei jedem großen Projekt beteiligt."

"Ich bin leidenschaftlicher Bergfreak, sowohl im Sommer als auch im Winter", verrät er sein privates Hobby. Zusammen mit seiner Bergsteigergruppe der Kripo Coburg ging es hoch hinaus, und in über 40 Jahren hat er unter anderem sechs Viertausender bestiegen. Dazu fährt er gerne Ski. Was ihm in bleibender Erinnerung ist, ist nach 42 Jahren Polizei und Gemeinderat eine dreiwöchige Reise nach Australien.

Auf die Frage, was für ihn typisch ist, nennt er spontan seine Gitarre. Damit versetzt er gesellschaftliche Veranstaltungen, Hüttenabende und Freundestreffen in fröhliche Stimmung oder gestaltet eine Feier musikalisch aus. Sein Instrument ist sein regelmäßiger Begleiter. Vereinsmäßig hat Kohles einiges aufzuweisen. "Mein erster Verein war der 1. FC Redwitz Mitte der 50er Jahre", blickt er zurück. Im "Liederkranz" ist er als Basssänger aktiv, und gern gesehenes Mitglied ist er beim Turnverein, Bürgerverein und Obst- und Gartenbauverein. Höhepunkt bei der Schützengesellschaft war die Regentschaft als Schützenkönig 2002/2003.

Günther Kohles sieht sich selbst als geselligen Menschen, der seine Erfahrung gern bei den Ortsvereinen als langjähriges Mitglied einbringt. Sein Ziel ist es, agil und munter zu bleiben. So hält er sich geistig und körperlich fit, wobei allein sein 2000 Quadratmeter großer Garten ihm viel Bewegung zukommen lässt. Oft ist er zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs. Seine vielen Kontakte machen es ihm leicht, hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. "Ich bin mit meinem Leben zufrieden", zieht er ein Fazit. "Durch all das, was ich durch meine Frau, meine Kinder und Enkel geschenkt bekommen habe, bleiben keine Wünsche offen."