Wenn der 80-jährige Hermann Ramer am Ufer des Mains steht und auf das Wehr blickt, dann werden die Erinnerungen lebendig an jenen schicksalhaften Sommertag vor 72 Jahren, als ein Freund des damals Neunjährigen in den Fluten des Mains ertrank. Ein Ereignis, das rund zehn Jahre später die Weichen im Leben des Altenkunstadters auf das Gleis der Wasserwacht stellen sollte.
"Es löste in mir das Bedürfnis aus, Rettungsschwimmer zu werden", sagt Ramer. Seit sechs Jahrzehnten fühlt sich der Altenkunstadter dem Gedanken der Wasserwacht, Leben zu retten und Schwimmen zu erlernen, verbunden. Der heutige Ehrenvorsitzende war es, der 1955 zusammen mit 19 Frauen und Männern die Altenkunstadter Ortsgruppe der Wasserwacht aus der Taufe gehoben hatte. "Es war die Zeit, als Altenkunstadt noch ein eigenes Flussbad hatte, in dem an warmen Sommertagen reger Badebetrieb herrschte.