1845/46 kostete der Bau des Bahnhofs 13 296 Taler und 57 Kreuzer. Etliche Tausend Reichsmark und D-Mark wurden im Lauf der vergangenen 169 Jahre in Um- und Ausbauten gesteckt. Nun wird der Bahnhof für einen nicht genau bezifferbaren Euro-Betrag abgerissen. Er muss der ICE-Trasse weichen, denn so stellte die Bahn ihre Weichen.

In dieser Woche wurde das Gebäude entkernt. Türen und Fenster wurden herausgerissen, die Dachziegel abgenommen, Metall, Glas und Holz getrennt voneinander entsorgt. Das geschieht, damit der eigentliche Abbruch am Samstagabend (ab 21 Uhr) zügig vorangehen kann.

Eine der ersten Bahnlinien

Der Historiker Alfons Zenk hat 1991 einen interessanten Abriss über die Eisenbahngeschichte Ebensfelds verfasst. Darin skizziert er nicht nur die Daten und Fakten des Bahnhofsbaus, sondern vor allem auch die Hintergründe, die zum Bau der Ludwig-Süd-Nord-Bahn in der Mitte der 1830er und 1840er Jahre führten. 1846 konnte die Teilstrecke von Bamberg bis Neuenmarkt in Betrieb genommen werden, an der auch die Station Ebensfeld lag.

Fotodokumentation des Bahnhofs

Matthias Höher aus Ebensfeld hat über 30 Jahre lang immer wieder Aufnahmen vom Bahnhof gemacht. So entstand eine Dokumentation, die bis Mitte April im Rathaus zu sehen sein wird. Der Fotograf ist jeden Donnerstag von 17 bis 18 Uhr in der Ausstellung anzutreffen, falls Eisenbahnfans mit ihm ins Gespräch kommen wollen oder ihm eigene Erlebnisse berichten möchten, die mit dem Bahnhof zusammenhängen.