Bei einer Wandertour mit Freundinnen neulich schwelgten wir etwas in Erinnerungen und kamen dabei auch auf das Thema "Gesundes Pausenbrot" zu sprechen. Nun sind unsere Kinder längst aus dem Alter heraus, wo wir allmorgendlich in mühevoller Kleinstarbeit Obst und Gemüse geschnippelt und damit lustige Gesichter und fantasievolle Landschaften auf Vollkornbrote drapiert haben (irgendwie musste frau die gesunden Sachen ja in den Nachwuchs reinkriegen).

Und vorbei sind auch die Zeiten, als die Sprösslinge sich praktisch täglich und lautstark darüber beschwert haben, dass nur sie - und sonst kein anderes Kind im ganzen Kindergarten - immer so eklige Sachen in der Brotzeitbox mitbekommen. Uns wurde dann von den empörten Zwergen vorgehalten, wir sollten uns doch bitte ein Beispiel an den wirklich coolen Müttern nehmen, die statt Möhrchen, Apfel und Co. eine "gesunde" Milchschnitte oder, besser noch, ein (Achtung! Schleichwerbung!) Kinder-Pinguin einpacken.

Es geht sogar noch "cooler", habe ich vor ein paar Tagen feststellen müssen, nachdem ich folgende Meldung im Radio gehört hatte: Ein Kindergartenkind hat in Weiden in der Oberpfalz in seiner Brotzeitbox statt des erwarteten Frühstücks Zigaretten und Marihuana vorgefunden. Beides gehörte der Mutter, die offenbar die Boxen verwechselt hatte.

Na, wenn das nicht mal ein gesunder Pausensnack ist - auch für die Mutter im Übrigen! Vielleicht sollte ich dem inzwischen zwei Köpfe als ich größeren Teenager auch mal aus Versehen meine Brotzeit mitgeben. Dann könnte er sich mal wieder über eine extra Portion Obst, Gemüse und Vollkornbrot freuen.