Gleich im ersten Wahlgang hatte sich Christian Ruppert bei der Bürgermeisterwahl am 15. März in Presseck durchgesetzt. Der CSU-Kandidat kam auf 61,8 Prozent der Stimmen und distanzierte seine beiden Mitbewerber Ludwig Ruml (Freie Wähler/24,8 Prozent) und Mark Reuther (SPD/13 Prozent) klar.

Ruppert trat am 1. Mai die Nachfolge von Siegfried Beyer (CSU) an, der nicht mehr kandidiert hatte. Waren die ersten 100 Tage Amtszeit mehr Spaß oder Stress? Die Arbeit macht mir Spaß, es ist nach wie vor sehr spannend und vor allem eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit.

Haben Sie den Aufwand für das Amt unter- oder überschätzt? Was war die größte Umstellung im Vergleich zu Ihrem bisherigen Beruf? Durch meine bisherige Arbeit als Dritter Bürgermeister wusste ich von Anfang an, was auf mich zukommt, aber es ist sicherlich nicht zu unterschätzen.

Wie hat sich Ihre Familie an Ihr neues Amt gewöhnt? Was ist im Familienleben anders geworden?

Ich habe mich gut eingelebt. Im Moment bleibt allerdings für das Privatleben weniger Zeit, da viele Projekte und Maßnahmen in unserer Marktgemeinde Presseck anstehen.

Wie viele Stunden pro Woche wenden Sie durchschnittlich für das Bürgermeisteramt auf?

Im Augenblick arbeite ich etwa 30 Stunden und mehr. Wenn es aber erforderlich ist, müssen wichtige Entscheidungen und Aufgaben sofort erledigt werden.

Auf welchen Erfolg in ihrer bisherigen Amtszeit sind Sie am meisten stolz? Was wollen Sie als nächstes angehen?

Gute erfolgreiche Bürgergespräche, bei denen ich viel vermitteln konnte, der Kauf der alten Webotex-Fabrik, verbunden mit dem Abriss und einer neuen Nutzung in Presseck sowie der Abschluss der Planung und Ausführung der Verlegung der neuen Trinkwasserhauptleitung. Die Beschaffung und vor allem die Abholung unseres neuen Löschgruppenfahrzeuges TLF 20 für die Feuerwehr Presseck war für mich ein persönliches Anliegen, und nicht zu vergessen, die anstehende Sanierung unserer Grundschule hier in Presseck sowie die Errichtung eines "Begegnungsplatzes" im Ortsteil Reichenbach und eines Ruheplatzes am Dorfteich im Ortsteil Braunersreuth.

Welches Projekt bereitet Ihnen am meisten Kopfzerbrechen?

Es bereitet mir weniger Kopfschmerzen, aber an erster Stelle sehe ich im Augenblick die Sanierung und Umgestaltung der Grundschule Presseck als große und wichtige Aufgabe und Herausforderung. Unmittelbar nach der Wahl (beziehungsweise noch vor der Stichwahl) kam der Lockdown. Was hätten Sie ohne Corona unmittelbar nach Ihrem Amtsantritt anders gemacht? Mehr persönliche Kontakte wie Bürgerbesuche und vor allem eine festliche Verabschiedung und Würdigung meines Vorgängers, Bürgermeister Siegfried Beyer, in einem feierlichen Rahmen  sowie aller aus dem Gremium des Marktes Presseck ausgeschiedenen Gemeinderäte.

Gibt es etwas, von dem sie nach 100 Tagen im Amt sagen: Damit hätte ich nicht gerechnet? Nach meiner bisherigen zwölfjährigen Tätigkeit als Dritter Bürgermeister habe ich schon einiges erlebt, aber Überraschungen gibt es immer wieder.