Die Sektkorken knallten nicht, als die versammelten Kreisbrandräte aus ganz Bayern bei ihrer Klausurtagung Ende Februar in Nürnberg erfahren hatten, dass die Kommunen künftig mehr Fördermittel für ihre Feuerwehren erhalten. "Aber freudige Gesichter sah man allenthalben. Schließlich freuen sich Führungskräfte immer über jede Erhöhung. Denn nicht nur der Bayerische Städte- und Gemeindetag, auch wir von den Feuerwehren wollen das Maximum herausholen."

Kreisbrandrat Stefan Härtlein macht einen zufriedenen Eindruck. Er sitzt im Feuerwehrgerätehaus von Schmeilsdorf und vor ihm auf dem Tisch liegt in Papier gegossen die neue Förderkulisse für die bayerischen Feuerwehren.

"Damit tun sich die Kommunen leichter", sagt er und nimmt er das 18 Seiten umfassende Dokument in die Hand.
Warum? Der 50-Jährige aus Schmeilsdorf muss nicht lange überlegen: "Weil sie weniger ansparen müssen, wenn sie mit höheren Zuschüssen rechnen können."

Wie sieht die neue Förderung konkret aus? Das staatliche Füllhorn für Feuerwehrfahrzeuge, Feuerwehrgerätehäuser und Stellplätze werde rückwirkend zum 1. März um durchschnittlich 20 Prozent aufgefüllt, erläutert der Fachmann. Zu den Gewinnern der Neuregelung zählt er den Landkreis Kulmbach. "Für strukturschwache Gebiete, zu denen unsere Region zählt, gibt es noch einmal fünf Prozent obendrauf."

Der Redner schlägt die Tabelle auf, in der die Höhe der Festbeträge für Beschaffungen aufgelistet sind, greift einige Beispiele heraus (siehe Infobox), um sich dann der Frage zuzuwenden, bei welchen Orten im Landkreis Kulmbach der Förderbedarf besonders hoch sei. "Für Kommunen mit einer sehr angespannten Haushaltslage ist das ein willkommenes Geschenk", formuliert er es diplomatisch ohne Ross und Reiter zu nennen.

Konkreter wird der Kreisbrandrat hingegen bei Projekten, die derzeit im Landkreis Kulmbach anstehen. Die Gemeinde Rugendorf sei dabei, sich ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W) anzuschaffen. Die Kosten lägen je nach Aufbau, Beladung und Fahrgestell zwischen 100 000 und 130 000 Euro. Die Gemeinde Neudrossenfeld und Marktschorgast benötigten ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20). "In beiden Fällen dürfte mit finanziellen Aufwendungen von mehreren hunderttausend Euro zu rechnen sein", schätzt Härtlein.

Neben der Erhöhung der Zuschüsse hat die bayerische Staatsregierung auch Änderungen an den Förderrichtlinien vorgenommen. Neu in die Förderung aufgenommen wurde ein Kombinationsfahrzeug für Löscheinsätze und dem Transport von einsatzbezogener Ausrüstung, der Gerätewagen Logistik (GW-L). "Er ist vor allem für kleinere Wehren eine prima Ergänzung zum bestehenden Fuhrpark", begrüßt der Schmeilsdorfer die Neuaufnahme.

Es war höchste Zeit

Für eine Erhöhung der Förderung sei es höchste Zeit gewesen, schließlich seien die Fahrzeuge in den vergangenen Jahren nicht billiger, sondern teurer geworden. Dazu habe die Verschärfung der Abgasnormen beigetragen, so Härtlein. Woher der plötzliche Geldsegen? "Das Geld stammt aus der Feuerschutzsteuer, die wir alle über die Brandschutzversicherung zahlen."

Einen Seitenhieb auf den Bund kann er sich nicht verkneifen: "Für die Stützpunkwehren entlang der Autobahnen, zu denen Marktschorgast, Himmelkron und Lanzendorf zählen, die an der A9 liegen, sowie Thurnau, Neudrossenfeld und Schirradorf, die für die A70 zuständig sind, gibt es keine Zuschüsse aus Berlin, obwohl ihre Geräte durch die Autobahneinsätze mehr beansprucht werden."

Könnten die höheren Fördermittel die Gemeinden und Städte nicht dazu verleiten, mehr Geld auszugeben? Diese Gefahr sieht der Kreisbrandrat, der selbst Gemeinderat in Mainleus ist, nicht: "Die Kommunen schauen auf ihr Geld, beschaffen sich nur das, was sie leisten können. Sie verwalten die Steuergelder der Bürger verantwortungsvoll."
Zudem handele es sich, so Härtlein, um sinnvoll eingesetztes Geld: "Jedes Gerät, das nur ein Menschenleben rettet, hat sich schon rentiert. Denn ein solches ist mit keinem Gold der Welt aufzuwiegen."


Die neuen Fördersätze für den Landkreis Kulmbach


Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF): 24 200 Euro (bisher 19 500 Euro)

Löschgruppenfahrzeug 10 (LF 10): 73 500 (bisher 58 000 Euro)

Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20): 125 000 Euro (bisher 104 500 Euro)

Rüstwagen 2 (RW): 147 000 Euro (bisher 115 500 Euro)

Drehleiter 23/12 (DLAK 23/12): 236 300 Euro (bisher 192 500 Euro)

Stellplätze Auch bei den Stellplätzen wurden die Zuwendungen deutlich angehoben. So gibt es zum Beispiel für den ersten und zweiten Stellplatz zukünftig 57 750 statt bisher 46 500 Euro, ab dem zehnten Stellplatz 99 750 statt bisher 80 000 Euro.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Landesfeuerwehrverbandes Bayern: www.lfv-bayern.de. stö.