Wer Eigentum hat, der will es schützen. Eine Tatsache, von der Jan Fischer profitiert. Zu den Kunden des 33-Jährigen, der die Firma "4945 Systeme & Technik Oberfranken GmbH" betreibt, gehören nicht nur wohlbetuchte Immobilienbesitzer, sondern auch Geschäftsleute, die ungebetene Gäste von ihrem Firmengelände fernhalten wollen. Mit modernsten Systemen, "die sich durch eine spezielle Software optimal an die Kundenwünsche anpassen lassen", sagt Fischer, der nicht nur IT-Sachverständiger, Security-Analyst und Fachkraft für Datenschutz, sondern auch zertifizierter Hacker ist.

Keine große Hilfe

Wie man möglichst sicher lebt? Statische Überwachungssysteme wie eine fest installierte Kamera würden Hauseigentümer nur in falscher Sicherheit wiegen, sagt Fischer: "Keiner schaut doch dauernd auf eine Kamera. Und wenn man nach einem Einbruch auf den Videoaufzeichnungen nur eine vermummte Gestalt erkennt, ist das keine große Hilfe." Ebenso gering sei der Nutzen herkömmlicher Alarmanlagen: "Die piepst ja erst, wenn jemand durch das Fenster oder die Tür schon ins Haus eingedrungen ist."

Die Lichtschranke

Wer Fischers Privathaus im Kulmbacher Ortsteil Lösau aufsucht, bekommt vor Augen geführt, was er unter einem modernen Sicherheitssystem versteht. An der Zufahrt ist neben dem Briefkasten eine Lichtschranke montiert. "Wenn jemand unser Anwesen betritt, bekomme ich über mein Handy eine SMS-Nachricht", erläutert der 33-Jährige. Und die erhält er auch, wenn der Postbote ein Kuvert in den Briefkasten steckt.

Wird es Nacht, geht der Fassadenschutz an. Sensoren, die rund ums Haus angebracht sind, nehmen Bewegungen in einer Entfernung von bis zu zwölf Metern wahr. Registriert werden diese erst ab einer Höhe von zwei Metern. "Damit nicht jede Katze einen Fehlalarm auslöst." Würde sich ein Einbrecher der Fassade nähern, bekäme der 33-Jährige eine Meldung auf sein Smartphone ("Das hilft mir auch, wenn ich im Urlaub bin"). Eine abschreckende Wirkung sei wichtig, sagt Fischer und führt an: "Deshalb geht dann auch die Beleuchtung an. Wer noch einen Schritt weiter denkt, kann mit vorinstallierten Durchsagen wie ,Verlassen Sie unser Grundstück' oder ,Der Sicherheitsdienst ist verständigt' die unliebsamen Gäste abwehren."

"Auf den Mehrwert achten"

Dabei weiß Fischer, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Einbrecher sein Eigenheim aufsucht, eher gering ist. Wer Geld investiere ("Für 10 000 Euro bekommt man was Anständiges"), sollte deshalb sein Sicherheitssystem mit Nützlichem für den Alltag kombinieren.

"Ich habe bei uns auf den Mehrwert geachtet", sagt der 33-Jährige, der die Voreinstellung so vorgenommen hat, dass bei einem Brand die Rollos hochfahren und das Licht eingeht, "damit wir im Ernstfall schnell aus dem Haus kommen." Über Sensoren könne man auch dafür sorgen, dass bei einem Leck in der Gasleitung der Gashahn oder bei einem Wasserschaden die Hauptwasserleitung zugedreht werden.

"Bedienung muss einfach sein"

Jan Fischer kann die Software zwar auch über das Handy steuern, seine Schaltzentrale befindet sich aber im Flur. Über dem Bedienfeld, das an der Wand befestigt ist, hängt ein Bildschirm, auf dem die Aufnahmen der vier Kameras zu sehen sind, die am Haus montiert sind. Die Technik sei kompliziert, die Bedienung müsse für den Endkunden aber einfach sein, sagt Fischer, der die Installationen vornimmt und deutlich macht, dass es in Sachen Sicherheitsvorkehrungen fast keine Grenzen gibt. So hat er bei Kunden schon ein Schutznebelsystem installiert. "Binnen Sekunden wird da ein Raum mit undurchdringlichem Nebel geflutet. Der Einbrecher sieht dann nichts mehr."

Radarsysteme installiert er bei Firmen. Betreten Personen das Betriebsgelände, würden Vorwarnstufen aktiviert. "In 50 Metern Entfernung kann die Beleuchtung eingehen. Nähern sich Unbekannte auf 30 Meter dem Gebäude, kommt dann beispielsweise eine Ansprache vom Band, bei zehn Metern wird der Sicherheitsdienst informiert."

Beweismaterial vor Gericht

Im Einzelhandel spiele das Thema Diebstahlschutz eine große Rolle. Hier sei eine Videoüberwachung unerlässlich, sagt Fischer, der darauf verweist, dass Richtlinien beachtet werden müssen, "damit das Video auch als Beweismaterial vor Gericht anerkannt wird". Nicht mit Richtern, aber mit der Kriminalpolizei hat es Jan Fischer beruflich auch zu tun.

Der 33-Jährige bekommt in den nächsten Tagen Besuch von Mitarbeitern des Landeskriminalamtes, die einige von ihm installierte Anlagen unter die Lupe nehmen werden, um ihn dann womöglich als Installateur für Überwachungssysteme zu zertifizieren. Für Fischer wäre das eine große Auszeichnung: "Denn davon gibt es nur zwölf in ganz Bayern."