Happy End im Ringen um den direkt an der Bundesstraße 173 gelegenen Gasthof Fels: Der Naturpark Frankenwald ist jetzt Eigentümer des Anwesens. Bei einem Pressegespräch in der Wirtschaft haben die Landräte Klaus Peter Söllner aus Kulmbach und Oliver Bär aus Hof sowie der stellvertretende Landrat Gerhard Wunder aus Kronach nicht ohne Stolz den Kaufvertrag präsentiert. Mit der Vormerkung im Grundbuch ist ein Schlusspunkt unter den seit Jahren schwelenden Streit um die idyllisch gelegene Ausflugs-Gaststätte auf Pressecker Gemeindegebiet gesetzt.

Der Gasthof war im Herbst 2018 in die Schlagzeilen geraten, weil der ursprüngliche Eigentümer das Anwesen ausgerechnet an eine feste Größe in der rechten Szene verkauft hatte. Unter anderem war er als Betreiber des Nibelungenversandes 1999 des Netzwerks "Blood & Honour" (Blut & Ehre) in Deutschland zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Nach eigenen Angaben soll sich der zuletzt im Emsland ansässige Mann jedoch aus der Szene zurückgezogen haben. Das zweifelt der Verfassungsschutz an, der keine Hinweise hat, dass ein echter Rückzug aus der Szene stattgefunden hat. Aus diesem Grund beobachtete der Verfassungsschutz auch das Anwesen "Fels".

Ursprünglicher Eigentümer in rechter Szene aktiv

Daraufhin hatten der Landkreis Kulmbach und die direkt angrenzenden Kreise Hof und Kronach interveniert und ein Vorkaufsrecht für den Gasthof angemeldet. Auf keinen Fall sollte dieser markante Ort zu einem rechten Szene-Treff werden. Doch das Verwaltungsgericht Bayreuth erteilte diesem Ansinnen im September vergangenen Jahres eine klare Absage. Auch wenn die Pläne, im Gasthof "Fels" ein Informationszentrum für den Naturpark Frankenwald anzusiedeln, gut seien, seien doch die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Ausübung des Vorkaufsrechts nicht gegeben, entschied das Gericht und gab damit dem "Erstkäufer" recht. Der hätte also Besitzer bleiben und seine Pläne, sich dort mit der Familie niederzulassen und ein beschauliches Leben zu führen, verwirklichen können.

"Wir sind in Berufung gegangen", sagte Landrat Klaus Peter Söllner bei dem Pressetermin und betonte, dass die Aussicht auf Erfolg gering gewesen sei. Doch im Mai habe der Käufer schließlich von sich aus Gesprächsbereitschaft signalisiert. Er habe kein Interesse, sich auf einen jahrelangen Rechtsstreit einzulassen. Nach mehreren Gesprächen verkaufte er schließlich das Anwesen - nicht mit Gewinn, sondern zu dem Preis, den er selbst dafür bezahlt hatte.

"Die Gespräche sind sehr konstruktiv verlaufen, und wir sind auch sehr schnell zu einem Ergebnis gekommen", sagte Söllner. Der Kaufvertrag gilt für den Gasthof und für den Parkplatz, der schon auf Hofer Gebiet liegt. Insgesamt gehören 7000 Quadratmeter Fläche zu dem Anwesen. "Wir sind stolz und glücklich, dass es gelungen ist, dieses herausragende Gebäude an der Nahtstelle der Landkreise Kulmbach, Kronach und Hof zu erwerben. Wir werden hier etwas Großes entwickeln.

"Wir sind stolz und glücklich": Großes geplant

Das Gebäude könnte die Heimstatt der Frankenwald-Ranger werden", so Klaus Peter Söllner. "Der Erwerb war uns wichtig. Aber wir sind erst am Beginn eines Prozesses. Wir haben jetzt ein Objekt, bei dem es sich lohnt, etwas zu investieren, weil es eine große Außenwirkung haben kann", betonte sein Hofer Kollege Oliver Bär. Glücklich zeigte sich Bär darüber, dass die Bausubstanz sehr gut ist. Erst vor wenigen Jahren sei eine Hackschnitzelheizung eingebaut worden.

"Wenn man zusammenhält, kann man etwas erreichen", freute sich der stellvertretende Landrat aus Kronach, Gerhard Wunder. In ersten Gesprächen hätten Ministerien und die Oberfrankenstiftung schon Unterstützung für das ambitionierte Projekt zugesagt. "Es war wichtig, dass wir aufgestanden sind, auch wenn wir keinen Erfolg mit der Klage hatten", kommentierte der Pressecker Bürgermeister Christian Ruppert den Kauf. Reiner Feulner, Bürgermeister aus Schwarzenbach am Wald, sagte: "Wir konnten etwas Schlechtes verhindern und können jetzt etwas Gutes daraus entwickeln."

Der frühere Pressecker Bürgermeister Erhard Hildner sprach gar von einer "Sternstunde für den Frankenwald". Schließlich werde das Gasthaus im Schübelhammer bereits 1785 zum ersten Mal erwähnt. Seit 1805 besaß die Familie Lehner das Gasthaus - und immer gab es eine Schänke. "Der Gasthof ,Fels' war ein beliebtes Ausflugslokal - eine gastronomische Perle. Es wird auch in Zukunft etwas Besonderes sein", so Hildner.

"Sternstunde für den Frankenwald"

Glücklich schätzte sich auch der Hauptgeschäftsführer des Frankenwaldvereins, Dieter Frank: "Wenn wir hier ein Frankenwaldzentrum errichten, werden die Landkreise noch enger zusammenwachsen."

Mit dem Kaufvertrag ist übrigens auch besiegelt worden, dass die Verfahren vor Gericht von allen Seiten beendet sind.