Es war ein Bericht im Internet, der Himmelkrons Bürgermeister Gerhard Schenider (CSU) aufhorchen ließ. Demnach hat der oberpfälzische Bundestagsabgeordnete Alois Karl (CSU) auf seiner Internetseite geäußert, dass die Firma Amprion eine Stromtrassenführung entlang der A9 in ein mögliches Planungsverfahren einbringen will, sollte eine Überprüfung die Notwendigkeit der Gleichstromtrasse bestätigen. Davon wäre Himmelkron betroffen - und das bringt den Bürgermeister auf die Barrikaden. Die Gemeinde hat zu einem "Protestmarsch gegen die Monstertrasse" aufgerufen, der am Ostermontag um 14 Uhr bei der Streitmühle starten soll.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Demonstration gegen die Monstertrasse zu veranstalten?
Es gab schon länger Überlegungen dazu. Das Thema ist immer noch aktuell, wie die Äußerungen des oberpfälzer Abgeordneten zeigen.
Jetzt gilt es, die Menschen zu mobilisieren. Am Montag wollen wir zeigen, wo die Trasse genau verläuft. Dazu ist ein Protestmarsch von der Streitmühle bis zum Fichtelgebirgshof geplant. Am Gössenreuther Bolzplatz findet eine Info-Veranstaltung mit Kundgebung statt. Die Strecke ist gut drei Kilometer lang. Der Marsch findet bei jedem Wetter statt.

Mit welcher Resonanz rechnen Sie?
Ich hoffe schon auf ein paar Leute. Ostermärsche haben ja eine gewisse Bedeutung. Es geht hier um den Schutz der Heimat. Wir wollen Flagge zeigen.

Sie sind CSU-Bürgermeister. Und unser Landesvater Horst Seehofer, ebenfalls CSU-Mann, hat doch geäußert, dass es die Trasse nicht geben wird. Warum also die Demo?
Wir haben die Befürchtung: Bundesrecht bricht Landesrecht. Die Gemeinde hat sich schon von einem Rechtsanwalt beraten lassen, auch das Landratsamt war bei dem Termin dabei. Wir wollen mit einem Schulterschluss die Trasse verhindern und gut vorbereitet sein. Denn ab dem Moment, in dem die Firma Amprion die Bundesfachplanung beantragt, haben wir nur wenig Zeit zu reagieren. Weil nur ein, zwei Wochen später die Veranstaltung stattfindet, in der man seine Bedenken vorbringen kann. Und nur die werden im rechtlichen Verfahren gewürdigt. Der Zeitrahmen ist also sehr knapp, und man muss seine Hausaufgaben gemacht haben. Wir werden die Auswirkungen auf Mensch, Natur und unsere Heimat deutlich machen.

Die Gemeinde hat die Demonstration organisiert?
Das stimmt, die Gemeinde ist Organisator. Ich als Bürgermeister bin der Demonstrationsführer. Wegen einer Verletzung werde ich bei dem Protestmarsch zwar nicht mitlaufen können, bei der Kundgebung in Gössenreuth bin ich aber dabei. Der Protestzug wird von meinen Stellvertretern und den Gemeinderäten angeführt.

Was ist bei der Kundgebung in Gössenreuth geplant?
Wir werden unsere Forderungen öffentlich darstellen und Listen mit 1000 bis 1200 Unterschriften gegen die Monstertrasse an die Abgeordneten übergeben.

Wie lauten die Forderungen?
Wir fordern von Bundesregierung und Bundesnetzagentur, die grundsätzliche Notwendigkeit des Vorhabens zu überprüfen und bitten die politischen Mandatsträger in Bund und Land sowie die Staatsregierung um Unterstützung im Kampf gegen die Gleichstrompassage Süd-Ost. Diese Höchstspannungsleitungen dürfen nur im Konsens und nicht über die Köpfe der Bürger hinweg errichtet werden. Zum Schutz der Menschen vor Gesundheitsschäden fordern wir einen Abstand von 400 Metern um Wohn- und Mischbauflächen. Es darf keine Trassenführung ohne ausreichende Sicherheitsabstände in der Nähe menschlicher Siedlungen geben, solange die gesundheitlichen Risiken solcher Gleichstromtrassen nicht ausreichend erforscht sind.