Für 14 000 Quadratmeter "mit wenig Aufenthaltsqualität" haben die Coburger Landschaftsarchitekten Droll und Lauenstein Ideen und Anregungen gesammelt und nun einen Vorentwurf erstellt. Aus der Buckelwiese zwischen der Partheimühle und dem Gelände des TSV soll ein Stadtpark werden, den sich Wolfgang Hoderlein schon seit einigen Jahren als "Mehrgenerationenpark" vorstellt. Als Ort der Begegnung von Jung bis Alt - zum Entspannen, Spielen und um sich fit zu halten.

Den Entwurf hat sich der Stadtrat am Montagabend erläutern lassen. Danach gab er grünes Licht, die Planung für eine attraktive städtische Grün- und Erholungsfläche der Bezirksregierung zur Begutachtung vorzulegen. Die eine Seite des künftigen Parks begrenzt ein Wäldchen, das bereits in städtischem Besitz ist; auf der entgegengesetzten Seite verbirgt hinter einem kleinen Feuchtbiotop wildes Gestrüpp den Blick auf die heruntergekommene Schulsportanlage.

Wo der Mühlbach plätschert

Der Mühlbach plätschert Richtung Partheimühle entlang; parallel dazu führt ein Geh- und Radweg vom Dammweg hinter dem TSV-Heim ins Stei­nachtal. Dem gegenüber dient ein größerer Sandkasten einmal im Jahr, am Kirchweih-Samstag, der Arbeiterwohlfahrt als Bahn für die Boccia-Stadtmeisterschaften. Ein paar abgeflachte Steine daneben lassen vermuten, dass sie Sitzgelegenheiten darstellen könnten. Ansonsten ist es das ganze Jahr über ruhig. Wer den Weg dorthin findet, strebt alsbald gleich wieder dem Ausgang auf der anderen Seite zu.

Das ist auch Angelika Droll-Lauenstein und Götz Lauenstein bei der Besichtigung des Areals aufgefallen. Das soll nun anders werden. Zunächst wurden Vorschläge gesammelt, die digital über die Homepage der Stadt und dem Link "Bürgerideen" ans Rathaus geschickt werden konnten, denn eine ursprünglich angedachte öffentliche Veranstaltung konnte coronabedingt nicht angeboten werden. "Die Resonanz war erstaunlich" blickte Droll-Lauenstein zurück.

Außerdem hatten die Architekten auch Meinungen und Anregungen im Kindergarten und in der Schule eingeholt. "Nicht alles konnte berücksichtigt werden", berichteten sie nun dem Stadtrat, "aber vieles".

Rondell, Pavillon und sogar ein Fitnessplatz

Das Konzept für den Stadtpark sieht verschiedene Bereiche vor. Als weiteres Projekt der Stadtentwicklung ist bereits die Sanierung der Partheimühle fertig konzipiert. Die Scheune auf der Stadtparkseite sowie ein Teil des Hauptgebäudes wird die Stadt übernehmen. Dort sind auch öffentliche Toiletten vorgesehen. Der Platz vor der Scheune soll zum Aufenthalt dienen mit einem festen Grillplatz und einem artriumähnlichen Rondell für kleine Aufführungen.

Weiter im Uhrzeigersinn soll sich ein Spielplatz für die Kleinen anschließen, daneben ein Erfahrungsfeld der Sinne mit verschiedenen Bodenarten und einer Vorrichtung für dezente Klangerzeugung. Ein kleiner Obstgarten soll angelegt werden mit einem offenen Pavillon. Zum Sportplatz hin wird ein Flachwasserspielplatz entstehen.

Der Platz für den Schulsport dahinter wird weitgehend neu gebaut, die Laufbahn kann wohl saniert werden. Davor soll ein Fitnessplatz entstehen mit verschiedenen Geräten zum Kraftsport. Die etwa 1400 Quadratmeter Wald auf der gegenüberliegenden Seite sollen weitestgehend erhalten bleiben. Auf dem gesamten Areal sind weitere 60 neue Bäume geplant; die übrige Bepflanzung ist mit Stauden gedacht.

Ein Millionenprojekt - "etwas überladen"

Ein neues Wegesystem erschließt den Park. Der Spielplatz an der Hammergrundstraße ist bereits aufgelassen. Dort sollen Stellplätze für die Besucher angelegt werden. Im Park selbst werden zudem spezielle Fahrradständer aufgestellt, an denen man auch E-Bikes laden kann. Das Konzept für den Stadtpark begeisterte den Stadtrat durchwegs. Umso mehr erschraken die Stadträte allerdings bei den Kosten: Gut 1,35 Millionen Euro, plus weitere 226 000 Euro für den Schulsportplatz. "Ein gigantisches Konzept" lobte Lars Leutheußer (CSU) die Pläne. "Etwas Ähnliches gibt es in der ganzen Region nicht. Bei diesen Kosten müssten wir aber fast schon Eintritt verlangen," merkte er an.

Dazu kämen jährlich geschätzte 25 000 Euro für die Pflege der Anlage durch externe Fachfirmen, schätzte Angelika Droll-Lauenstein auf Nachfrage von Theresa Will (FW) den Aufwand. Dennoch solle man den Park "nicht totpflegen", mahnte Wolfgang Martin (BLS), der sich zudem weniger Geräte, mehr Natur und mehr Möglichkeiten, selbst etwas zu machen, vorgestellt hatte. "Etwas überladen" sah auch Marcel Ott (FW) das Konzept, der zudem nach Verhütung durch Vandalismus fragte. Ähnlich äußerte sich Karin Witzgall (SPD), die auf einschlägige Erfahrungen am Skaterplatz verwies.

Eingeplant sei eine Art Grundbeleuchtung des Parks, sagte dazu Droll-Lauenstein, zudem seien die Geräte besonders robust. Positiv sah auch Tobias Schöffel (CSU) die Pläne, denn "an Spielplätzen ist in Stadtsteinach wenig geboten"; ebenso Wolfgang Heiß (CSU): "Die Stadtsteinacher warten schon lange auf so etwas, wir haben allerdings die letzten Jahrzehnte geschlafen."