Kunst und Kultur sind essentielle Grundlagen der Gesellschaft: Sie stiften Begegnungen, Gemeinschaften und öffnen Perspektiven. In diesem Sinn gibt es jetzt ein neues Podium, das solches ermöglichen will: "Campus Cactus".

Der Name erschließt sich erst um ein paar Ecken. Campus (lateinisch) bedeutet ‚Feld‘ und im übertragenen Sinn Gebäude einer Universität, die üblicherweise von parkähnlichen Anlagen umgeben sind. Cactus ist die Pflanze, die sich im Irgendwo der Wüste gegen alle Unbill des Klimas behauptet.

Der "Campus Cactus" befindet sich in Stadtsteinach, genauer gesagt in der Alten Schule. Die ist zwar nicht gerade von parkähnlichen Anlagen umgeben - muss es auch nicht, denn der Campus soll überall sein und das mit einem hohen Anspruch.

Der gemeinnützige Verein "Campus Cactus" möchte Bildung fördern, ein offenes Verhältnis von Kunst und Kultur schaffen, den interkulturellen Austausch sowie bürgerschaftliches Engagement ausbauen. Dies soll ortsungebunden geschehen durch Bildungsangebote in Form von regionalen und internationalen Projekten, Seminaren, Workshops, Modellversuchen, Vorträgen, Symposien, Masterclasses und dergleichen - auch unter Einbeziehen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Dabei wird die Zusammenarbeit und Vernetzung mit lokalen sowie internationalen Organisationen und Gruppen und Einzelpersonen angestrebt. Auch die Herausgabe von Publikationen oder die Veranstaltung von Informationsabenden, Lesungen, Vernissagen, Releases, performativen und artverwandten Aufführungsformen zur Sichtbarmachung der Vereinsarbeit sind denkbar - allerdings nicht erste Absicht.

Der Campus versteht sich nicht als Veranstalter von Ausstellungen, Theater- oder musikalischen Aufführungen; schließt dies aber auch nicht aus, wenn solche Zurschaustellungen diversen Kursen und freien Workshops entspringen. Der Campus will die Spinne im Netz sein, die die Fäden zieht und Dinge ermöglicht, die sonst nicht stattfinden könnten.

Die 18 Gründungsmitglieder wählten Mitte März auf einer virtuellen Versammlung Initiatorin Hannah-Katharina Martin (Bayreuth) zur Vorsitzenden, Julie Nicolas (Saarbrücken) zu ihrer Stellvertreterin. Die Finanzen führt Dana Anders (Kulmbach); Beisitzer sind Wolfgang Martin (Stadtsteinach) und Wolfgang Krebs (Thurnau).

Der Vorstand ist bewusst breit aufgestellt und vereint erfahrene Personen aus der bildenden und darstellenden Kunst sowie der regionalen wie internationalen Kulturszene. Derzeit liegen die Gründungsunterlagen beim Notar, der Eintrag ins Vereinsregister wird zeitnah erfolgen, so dass der junge Verein noch in diesem Jahr seine Aktivitäten aufnehmen kann. Zudem wird der Verein in den sozialen Medien vertreten sein, eine eigene Website informiert über die Projekte und Möglichkeiten einer Teilhabe. Jeder Kuturinteressierte ist als Mitglied willkommen.

Heimstätte des Vereins ist die Alte Schule in Stadtsteinach, die auch das Frankenwaldtheater beherbergt, darüber hinaus aber noch weitere Räume für alle denkbaren Aktivitäten vorhält. Dort sind für die Kleingruppenarbeit ausreichend Möglichkeiten, auch unter Beachtung aller Hygienevorschriften, vorhanden. Mit der ruhigen Lage am Rande des Frankenwalds ist dort vorerst die Keimzelle für später auch weiter entfernte Veranstaltungsorte, zunächst aber der erste Ort und ideal für konzentrierte Projektarbeit.

In Stadtsteinach sind für dieses Jahr bereits erste Vorhaben geplant - sofern diese im Zug der Entwicklung der Pandemie möglich sein werden: ein Siebdruckworkshop mit Phillip Janta (Leipzig) im August sowie eine Theaterwerkstatt mit Wolfgang Krebs (Thurnau) im September. Bereits im Juli soll, nun unter dem Dach des Cactus, ein deutsch-französischer Comic-Workshop in Leipzig stattfinden - in Kooperation mit dem deutsch-französischen Jugendwerk sowie dem französischen Verein "L'Articho". Dozenten sind Markus "mawil" Witzel (Berlin) und Yassine de Vos (Paris). Diese Comic-Fortbildungen für junge Künstler organisiert Hannah-Katharina Martin bereits seit 2012.

Andere Projekte wie ein Wochenendfilmseminar oder ein Rakubrandkurs stehen in der Pipeline, auch Angebote für Schreibseminare und ein Lesefestival gibt es bereits.

"Die geplanten Workshops werden dabei immer Fortbildungscharakter haben", erklärt Hannah-Katharina Martin. "Gemeinsam mit erfahrenen Dozenten wird an der eigenen künstlerischen Erfahrung gearbeitet. Die Workshops stärken dabei auch nachhaltig das Gemeinschaftsgefühl und den interkulturellen Austausch. Dies soll durch eine entspannte Atmosphäre und dem Gesamtpaket aus Arbeit, Verpflegung und Austausch untereinander angereichert werden."

In diesem Sinn möchte "Campus Cactus e.V." einen gemeinschaftlichen Charakter auf hohem, aber doch progressiven Niveau vermitteln.

Der Online-Auftritt ist noch nicht fertig, in Kürze gibt es mehr Infos unter www.campus-cactus.com