Dreieinhalb Monate ist das Kreisklassenspiel zwischen Kupferberg und Grafengehaig her, und nun herrscht endlich Klarheit, wie das Match gewertet wird: Es bleibt beim 3:1-Sieg der Kupferberger Fußballer, sie behalten die drei Punkte. Die Partie wird nicht wiederholt. So hat es das Verbandssportgericht in letzter Instanz entschieden.

Im Mittelpunkt der Diskussion steht ein Elfmeter, den der Kupferberger Kapitän Alexander Schuberth in der 2. Minute zum 1:0 verwandelt hat. Regelwidrig, wie die Grafenghaiger meinen: Der Ball sei vom Pfosten zurückgesprungen, und der Strafstoßschütze habe den Nach schuss verwandelt, obwohl kein anderer den Ball berührt hat.

Schiri hat's nicht gesehen

Fakt ist, dass Schiedsrichter Dietmar Haas (Aufseß) damals auf Tor erkannt hat. Hier geht das Verbandssportgericht - wie zuvor das Bezirkssportgericht - von einer Tatsachenentscheidung aus.
Der Schiedsrichter habe, so heißt es in der Urteilsbegründung, nicht genau gesehen, wer den Ball ins Tor geschossen hat. Er habe aufgrund seines "Kennt nisstands" entschieden. "Es kommt daher nicht darauf an, ob möglicherweise eine von den Feststellungen des Schiedsrichters abweichende tatsächliche Situation vorgelegen hat."

Diese Argumentation des Sportgerichts "stinkt mir gewaltig", regt sich Grafengehaigs Vorsitzender Manfred Rodler auf. "Damit kann man jeden Fehler kaschieren, der gemacht wird." Er sei enttäuscht, nachdem das Kreissportgericht zunächst das Ergebnis annulliert und das Spiel neu angesetzt hat. "Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass solche Spiele - wie auch beim Phantomtor des Leverkuseners Stefan Kießling in Hoffenheim - nicht wiederholt werden dürfen", so Rodler.

Beim FC Kupferberg sieht man das Urteil naturgemäß anders. "Ich habe das so erwartet", sagt Abteilungsleiter Alfred Kolenda. "Es ist eine Tatsachenentscheidung gewesen. Damit muss man im Fußball leben." Zwischen beiden Vereinen habe es bisher keinen Streit gegeben. "Und mir ist wichtig, dass es künftig auch so bleibt", versichert er und appelliert an beide Mannschaften, in den Derbys weiter sportlich fair aufzutreten.

Unwahrheiten vorgebracht

Da muss sich Kolenda wohl keine Sorgen machen. Denn sein Grafengehaiger Kollege erkärt: "Wir hegen keinen Groll, die Kupferberger haben das gleiche Recht wahrgenommen wie wir auch." Wenngleich es Rodler schon stört, "dass Kupferberg in dem Verfahren Unwahrheiten vorgebracht hat". Nämlich, dass es angeblich Zeugen gibt, die gesehen hätten, "dass unser Torwart den Ball berührt hat". Dabei habe sich Sebastian Oelschlegel eindeutig in die andere Ecke geschmissen. "Da war keiner mehr dran, als Alexander Schuberth zum zweiten Mal geschossen hat", betont Rodler. Er sei selbst in der Nähe gewesen.

Für Grafengehaig sei die Sache erledigt, man bezahle die 210 Euro Verfahrenskosten. "Wir nehmen das Urteil so hin", sagt Rodler. Er hoffe aber, "dass uns am Schluss nicht ein Punkt fehlt, den wir vielleicht mit einem Unentschieden in Kupferberg geholt hätten".