Nach den Unwettern in der Region Hof müssen viele Oberfranken am Mittwoch ihre nassen und verdreckten Keller wieder herrichten. Bis zum frühen Morgen waren die Feuerwehren mit Auspumpen beschäftigt, auch Straßen wurden überflutet. Der Landkreis Hof hatte am Dienstagabend Katastrophenalarm ausgerufen. Binnen zwölf Stunden fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes dort bis zu 80 Liter vom Himmel, zudem gab es Gewitter. Von Verletzten war zunächst aber nichts bekannt.

Feuerwehr und Polizei rückten zu über 200 Einsätzen im gesamten Landkreis aus, wie es in einer Mitteilung des Landratsamtes hieß. Besonders betroffen waren demnach Naila, Selbitz, Köditz, Feilitzsch und Trogen.

Mehr als 50 Feuerwehren aus ganz Oberfranken mit knapp 1000 Leuten sowie 140 Angehörige des Technischen Hilfswerks (THW) waren im Dauereinsatz, um Wasser aus Kellern zu pumpen und Sandsäcke zu beschaffen. Vereinzelt blieben Schulen und Kindertagesstätten am Mittwoch geschlossen.

"Immenses Wasseraufkommen"

Zu den Einsatzkräften zählte auch das THW Kulmbach, das die ganze Nacht vor allem im Ort Köditz damit gefordert war, vollgelaufene Keller leer zu pumpen. "Das war eine sehr große Chaosphase, weil ein ganzer Ort betroffen war", schildert Udo Wende, der als THW-Ortsbeauftragter von Kulmbach aus den Einsatz seiner Mannschaft koordinierte, die Herausforderung.

Mit insgesamt 30 Kräften waren die Kulmbacher in den Nachbarlandkreis ausgerückt - mit drei Großfahrzeugen, einem Mannschaftstransporter und einem Pkw. Im Gepäck hatten sie neun Tauchpumpen, mit denen sie insgesamt 21 000 Liter Wasser in der Minute pumpen können.

Schon die Anfahrt erfolgte auf teilweise überfluteten Straßen, berichtet Markus Rupprecht, der Gruppenführer der Bergungsgruppe des Kulmbacher THW. "Kleine Bäche sind zu reißenden Fluten geworden", beschreibt er die Situation, mit der die Helfer konfrontiert waren. Ganz Köditz habe einen Meter unter Wasser gestanden. "Das waren richtig massive Wassermassen."

Zusammen mit Kollegen aus Hof begannen die Kulmbacher damit, Keller von den braunen Fluten zu befreien. Eine Gruppe fuhr weiter in das nicht weit entfernte Feilitzsch, wo die Kulmbacher die örtliche Feuerwehr unterstützten. Mit den Worten "Euch schickt der Himmel", hätten die Floriansjünger die Kulmbacher begrüßt, erzählt Rupprecht.

Auch hier waren die Pumpen aus Kulmbach gefragt - in zwei Mehrfamilienwohnhäusern. "Das Wasser stand bis zu einem Meter hoch in den Kellern", berichtet Rupprecht. Die schlammige Brühe sei die Hauptstraße hinabgeströmt, zudem sei noch von der anderen Richtung Wasser aus einem Bach dazugekommen. Neben Köditz und Feilitzsch war das Kulmbacher THW noch in Selbitz gefordert.

"Riesiges Gebiet" betroffen

Für das THW war der Einsatz in Hof aus mehrerlei Gründen besonders: Zum einen war es der erste Auftrag in dieser Region. Zum anderen sei es selten, dass ein Starkregenereignis ein so riesiges Gebiet betrifft, berichtet Rupprecht abschließend. Nicht umsonst seien THW-Verbände aus ganz Ober- und Mittelfranken nach Hof ausgerückt - ausgestattet mit Großpumpen, um der Lage wieder Herr zu werden. Erst um 7 Uhr am Morgen war der Einsatz für das THW Kulmbach abgeschlossen - nach fast zwölf Stunden.