Die Bilder aus den Jahren 2017 und 2018 sollen sich nicht wiederholen: Damals hatte nach Starkregenfällen das Wasser von der Weiherer Straße Schlamm und Geröll in tiefer gelegene Bereiche gespült und für vollgelaufene Keller gesorgt. Jetzt wird im ersten Schritt im Stadtpark ein Regenrückhaltebecken angelegt. Die Arbeiten haben offiziell in dieser Woche begonnen.

Arbeiter der Firma Strabag aus Neudrossenfeld sind für den Erdaushub zuständig. Sie baggern das rund 30 auf 20 Meter große Loch im Stadtpark aus. Die Baustelle befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Hallenbad und ist durch Bauzäune abgeschirmt. Die Fertigstellung ist für Ende November geplant. Natürlich hängt der Verlauf der Arbeiten auch von der Witterung mit ab.

Das Regenrückhaltebecken bildet aber nur den Auftakt für eine ganze Reihe an Baumaßnahmen, deren Zweck es ist, den Großraum dort vor künftigen Überschwemmungen zu schützen.

Dazu wird von den Stadtwerken in der Weiherer Straße ein neues Trennsystem für die Kanalisation errichtet, damit das Oberflächenwasser nicht mehr ungebremst in tieferliegende Bereiche schießen kann.

Durch das Trennsystem wird die Dimension des bisher vorhandenen Mischwasserkanals erhöht. Das geschieht, indem an dessen Stelle zwei neue Kanäle gebaut werden. Einer, der das Mischwasser, also das Abwasser zur Kläranlage abführt, und einer, der nur für das Oberflächenwasser gebaut wird.

Letzterer soll später mit dem neuen Ast des Kinzelsbachs verbunden werden, der entlang der ehemaligen Güterbahngleise von der Einmündung in die Wilhelm-Meußdoerffer-Straße bis zur Lichtenfelser Straße und dann weiter in die Flutmulde geführt wird.

Dadurch gelingt es nach Angaben der Stadt Kulmbach, das Oberflächenwasser aus diesem neuralgischen Punkt weg und in den Retentionsraum der hochwasserfreigelegten Flutmulde zu bringen.

In der Weltrichstraße werden die tiefer liegenden Grundstückszufahrten zusätzlich gesichert. Durch zusätzliche Änderungen im seitlichen Straßengefälle, durch die Anhebung von Gehsteigen und Sicherungen für Garageneinfahrten soll verhindert werden, dass bei erneuten Starkregenereignissen Oberflächenwasser von der Weiherer Straße in die tiefer gelegenen Bereiche der Häuser gelangt.

Das Oberflächenwasser, das bei Starkregen von der Kanalisation nicht aufgenommen werden kann und über die Straßen Richtung Luitpoldstraße fließt, soll gebündelt dem Regenüberlaufbecken im Stadtpark zugeführt werden. Damit das auch funktioniert, muss der Parkplatz des Achat-Hotels umgestaltet und in Richtung Stadtpark geneigt werden. Außerdem soll der Kreuzungsbereich Luitpoldstraße/Wilhelm-Meußdoerffer-Straße dahingehend verändert werden, dass das Oberflächenwasser, welches aus der Christian-Pertsch-Straße kommt, ebenfalls in Richtung Stadtpark geleitet wird. Zusätzlich sind auch bei einzelnen Anwesen in der Luitpoldstraße noch Objektschutzmaßnahmen vorgesehen.

Wie in fast allen Bereichen der Wirtschaft gibt es auch bei dieser Maßnahme Lieferverzögerungen beim Rohrleitungsmaterial.

Die Stadt geht davon aus, Mitte Juli mit der vorgezogenen Verlegung der Wasserleitung im Bereich Wilhelm-Meußdoerffer bis Gabelsberger Straße beginnen zu können.