Umweltschutz ist ein großes Thema. Der Landkreis Lichtenfels gibt sogar ein eigenes Umwelt-Journal heraus, in dem sich alles um den Umweltschutz dreht. Auch um Solar, ÖPNV und auch Problemmüllentsorgung.

Als umweltbewusster Bürger trage ich am Samstag zu Fuß mein drei Kilo schweres Problemmüllgebinde zum angegebenen Termin zur Sammelstelle in einer Stadt im Landkreis Lichtenfels.

Acht oder zehn Autos stehen schon in der Schlange. Aber wo muss ich als Fußgänger hin? Am Eingangsbereich thront ein Schild: Bitte nur mit dem Pkw in die mobile Sammelstelle reinfahren. Mit drei Ausrufezeichen dahinter. Was mach ich nur? Schnell heim und das Auto holen?

Das Gebinde einfach abgeben darf ich jedenfalls nicht. Anderenorts haben die das mal zugelassen, da ist es deswegen zu Ausschreitungen gekommen, wird mir erklärt. Ich muss mich als Fußgänger in die Zufahrt hinter das letzte Auto stellen. Der Fahrer im Wagen vor mir lässt den Motor laufen. So im Abgasdunst zu warten ist eine neue Erfahrung. Zum Glück weht der bissige Wind die Abgaswolke immer wieder weg.

Nach etwa zehn Minuten - vielleicht war es etwas länger, vielleicht etwas kürzer, der Abgasnebel hat die Erinnerung etwas verklärt - kann ich mein Gebinde auf den Tisch stellen - und das war's. Hat eigentlich nicht mal zwei Sekunden gedauert.

Der Müllannahmemann erklärt mir, warum es Regeln gibt und warum man sich an die halten muss. Im Supermarkt muss man sich an der Kasse schließlich auch hinten anstellen. Hat er ja recht. Aber dort gibt es auch meist mehrere Kassen. Oder Schnellkassen. Mensch, das wär doch eine Idee, so eine Problemmüllschnellabgabestelle für Fußgänger (was für ein Wortkonstrukt).

Egal, beim nächsten Mal werd' ich wohl mit dem Auto kommen, den Motor laufen las-sen und schön im Warmen sitzen. Ich muss mal nachschauen, vielleicht haben die im Umwelt-Journal da schon mal was drüber geschrieben ...