Julian Neubrand ist auf dem Sprung in einen neuen Lebensabschnitt. Seine schulische Ausbildung wird er in den nächsten Wochen mit dem Abitur am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium beendet haben. Musikalisch hat er letzte Hürden bereits geschafft. Mehr als das: Vor wenigen Tagen wurde er 1. Bundessieger im Wettbewerb "Jugend musiziert" und damit der bundesweit beste Musiker seiner Altersgruppe auf dem Euphonium. Der Preis kommt nicht von ungefähr. Er ist das Resultat von zwölf Jahren Instrumentalunterricht und viel Übungseifer. "Ich versuche, jeden Tag mindestens eine Stunde zu üben", sagt der 18-Jährige.

Berufsmusiker will Julian nach dem Abitur aber nicht werden. Er hat beschlossen, künftig weniger Partituren, dafür aber Gesetzbücher zu wälzen. Ab Herbst wird er in Bayreuth Jura studieren. Der Musik wird er aber treu bleiben; nicht zuletzt in seinem Heimatverein, dem Musikverein Weiher. "Zum Blasinstrument hat mich mein Vater gebracht," berichtet Julian. Vater Wolfgang Neubrand spielt selbst Tenorhorn und Posaune, ist der Vorsitzende des Weiherer Musikvereins.

Julians erstes Instrument war die Trompete. Er hatte Unterricht bei Peter Weiß und ab 2013 bei Harald Streit, der ihn mit dem Euphonium bekannt machte. Das Instrument hat die Form eines Tenorhorns, ist aber etwas größer und zeichnet sich durch einen wärmeren Klang und größeren Tonumfang aus. Seit 2019 wurde Julian schließlich am musischen Zweig des MGF von Klaus Hammer unterrichtet. Über einen weiteren Erfolg eines seiner Schüler bis hin zum Bundeswettbewerb freut sich neben Schulleiter Horst Pfadenhauer denn auch der Fachschaftsleiter Musik, Hubertus Baumann, der zusammen mit Julian die Stücke für den Wettbewerb als Begleiter am Klavier eingespielt hatte.

Video statt Live-Vorspiel

"Im besonderen Coronajahr", so Baumann, "war zunächst die in Bayreuth geplante Regionalausscheidung abgesagt worden. Auch für den Landeswettbewerb gab es kein Vorspielen vor der Fachjury in Präsenz. Vielmehr wurden die Kandidaten nach Videoaufnahmen beurteilt, die sie eingesendet hatten." Schummeln durch Zusammenschneiden der besten Passagen war trotzdem nicht möglich", erzählt Julian. "Die Stücke mussten ohne Unterbrechung aus einer einzigen, unveränderten Perspektive aufgenommen sein."

Der Musiksaal wurde zum Tonstudio, so Hubertus Baumann: "Julian Neubrand hat als einer von zwölf Teilnehmern in der Kategorie Tenorhorn/Bariton/Euphonium mit 25 Punkten die Höchstpunktzahl erreicht. Die bayernweite Jury hat dann aufgrund dieser Live-Videoeinspielung Julians Spiel als ,exzellent‘ eingestuft und den Abiturienten zum Bundeswettbewerb weitergeleitet."

Für Baumann liefert Julian Neubrand einen Beleg dafür, dass die musische Bildung sogar in Krisenzeiten unglaublich motivierend und sinnstiftend sein kann." Gleichzeitig betont Baumann den Einfluss der Instrumentallehrer im Hintergrund: "Julian hat seine Instrumentalausbildung in der Städtischen Musikschule bereits perfektioniert. Der große Tonumfang, die Klangfarbe des Euphoniums und die Spielpraxis in der Städtischen Jugendkapelle haben ihn dazu bewogen, seit drei Jahren dieses Instrument als Hauptinstrument zu wählen."

Seit dem Alter von elf Jahren hat Julian Neubrand immer wieder Prüfungen abgelegt und an Wettbewerben teilgenommen: Leistungsabzeichen bis D3 beim Nordbayerischen Musikbund und mehrfach bei Jugend musiziert; 2016 und 2018 bekam er den Ruckdeschel-Preis für junge Kulmbacher Musiktalente. Neben Schule und Instrumental-Einzelunterricht war und ist er zudem in den diversen Gruppen der Städtischen Musikschule und des MGF dabei; außerdem beim Musikverein Weiher, dem Sinfonischen Blasorchester Kasendorf, dem Bezirksorchester Oberfranken und der T-Jazz Big Band.