Kulmbach
Flüchtlingskrise

"Unterbringung gestaltet sich schwierig": Wohnraum für Asylbewerber im Kreis Kulmbach wird knapp

Im Kreis Kulmbach ist Wohnraum für Asylbewerber knapp. "Die Unterbringungssituation gestaltet sich schwierig", sagt der Sprecher des Landratsamts. Er erklärt, woher aktuell der Großteil der Betroffenen kommt.
Kulmbach: Wohnraum für Asylbewerber wird knapp - "Unterbringung gestaltet sich schwierig"
Die Unterbringung von Asylbewerbern und Geflüchteten im Raum Kulmbach stellt die Behörden vor große Herausforderungen. "Das Landratsamt ist intensiv damit beschäftigt, die notwendigen Kapazitäten zu generieren", erklärt ein Sprecher. Foto: Bodo Schackow/dpa (Symbolfoto)

Die Flüchtlingsbewegung hat für zahlreiche Städte und Landkreise folgenschwere Konsequenzen: Die rasant steigende Zahl an Asylbewerbern führt vielerorts zu einer extremen Auslastung der Unterbringungsmöglichkeiten in Bayern. "Es wird echt eng", sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in der vergangenen Woche. Ein CSU-Politiker beklagte diesbezüglich Fehlanreize durch hohe Sozialleistungen. Alle sieben Ankerzentren im Freistaat sind überbelegt - die Einrichtung in Bamberg lag zuletzt deutlich über der vorgesehenen Aufnahmegrenze.

Auch im Raum Kulmbach wird Wohnraum für Geflüchtete offenbar immer knapper. "Die Unterbringungssituation gestaltet sich schwierig", erklärt Björn Karnstädt, Pressesprecher des Landratsamts Kulmbach inFranken.de. "Das Landratsamt ist intensiv damit beschäftigt, die notwendigen Kapazitäten zu generieren." Die Unterbringung könne nur gemeinsam mit den Städten, Märkten und Gemeinden und mit Unterstützung der Bevölkerung gelingen, betont der Behördensprecher.

Kreis Kulmbach: Aktuell 720 Ukraine-Flüchtlinge und gut 100 Asylbewerber in der Region

Die Asylbewerber stammen Karnstädt zufolge aus vielen verschiedenen Herkunftsländern. "Ein Großteil der Asylbewerber kommt derzeit aus Syrien." Laut Angaben des Landratsamtes leben neben 720 ukrainischen Geflüchteten derzeit gut 100 Asylbewerber im Kreis Kulmbach. In Sachen Wohnraum setze man wie bisher auf eine dezentrale Unterbringung im gesamten Landkreis.

Wie viele Menschen in der Region aufgenommen werden, ist grundsätzlich vorab geregelt. Die Quoten orientieren sich am sogenannten Königsteiner Schlüssel.

"Gemäß der hieran ausgerichteten Asyldurchführungsverordnung muss der Landkreis Kulmbach 6,9 Prozent des auf Oberfranken entfallenden Anteils der aufzunehmenden Asylbewerber unterbringen", erklärt der Pressesprecher des Landratsamts. Wie viele Menschen das in Zahlen seien, hänge vom Zustrom und der Lage im Ankerzentrum in Bamberg ab.

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