Die ehemalige Metzgerei Lauterbach hat einen neuen Besitzer: Der Kulmbacher Börsenunternehmer Bernd Förtsch hat das Gebäude am Marktplatz gekauft. Die entsprechenden Gerüchte, die seit geraumer Zeit in Kulmbach grassierten, stimmen, wie ein Sprecher der Börsenmedien AG gegenüber der Bayerischen Rundschau bestätigte: "Die Spekulationen treffen zu." Förtsch habe in den vergangenen Tagen das Traditions-Geschäft gekauft.

Weiterer Name war im Gespräch

Die Gerüchteküche brodelte schon seit geraumer Zeit. Neben Förtsch war immer wieder ein zweiter Name aufgetaucht, dem Interesse an der Metzgerei zugeschrieben wurde: die Frankenfarm. Doch deren Geschäftsführer Jürgen Stübinger hatte schon in der vergangenen Woche erklärt, dass die "Frankenfarm" nicht mit einer weiteren Filiale in die Innenstadt expandieren will.

Seit Dienstag ist nun klar, wer der neue Besitzer des Gebäudes ist, in dem einst Rolex-Gründer Hans Wilsdorf geboren wurde und dessen Ansicht den Marktplatz maßgeblich mit prägt. "Es ist wirklich ein geschichtsträchtiges Gebäude, aus dem man einiges machen kann", so der Unternehmenssprecher.

Doch was genau? Hier ist Förtsch nach den Worten des Unternehmenssprechers für Vorschläge völlig offen. "Etwas, das der Innenstadt nutzt und sie belebt", soll dort einziehen. Was das sein kann? Hier gibt es keine Denkverbote, sagt Sebastian Grebe von der Börsenmedien AG, der sogar zustimmt, für Ideen seine Telefonnummer zu veröffentlichen ( 09221/9051217).

Die Kulmbacher Traditionsmetzgerei Lauterbach, die 1960 als Familienbetrieb gegründet worden war, hatte Anfang Juni ihre Tore für immer geschlossen.

Firmenchefin war Ursula Lauterbach, die zusammen mit Uwe Krautz das Fachgeschäft am Marktplatz geführt hatte. Wie sie bereits gegenüber der Bayerischen Rundschau geäußert hatte, hatten mehrere Gründe zur Schließung geführt: Zum einen nannte sie den Umstand, dass es schwierig sei, gutes Personal für den Betrieb zu finden. Zum anderen habe sich das Problem gestellt, dass es keinen Nachfolger gab, der die Metzgerei hätte übernehmen wollen.

Zudem hatte der Umbau des Eku-Platzes für einen Umsatzrückgang gesorgt. Ursula Lauterbach sprach von einem Umsatzeinbruch in Höhe von 30 Prozent. Und zu guter Letzt nannte die Chefin behördliche Auflagen und daraus resultierend hohe bauliche Investitionen, die zu der Entscheidung geführt hätten, das Geschäft aufzugeben. Eigentlich hätte erst Ende Juni endgültig Schluss sein sollen. Doch dann standen Kunden überraschend früher vor verschlossenen Türen. Der Grund für die vorzeitige Schließung war einfach: Die Metzgerei mit Feinkostabteilung war ausverkauft.

Wir haben am Dienstag versucht, Ursula Lauterbach zu erreichen und sie um ein aktuelles Statement zum Verkauf zu bitten. Leider haben wir sie nicht erreicht.

Es gibt auch Gerüchte um den Woolworth

Es gibt übrigens noch ein weiteres Gerücht, das sich seit geraumer Zeit in Kulmbach hält und das ebenfalls mit Förtsch in Verbindung steht: Es geht dabei um den Woolworth. Auch hier wird gemunkelt, dass der Unternehmer an diesem Gebäude ebenfalls Interesse habe.

Seitens Woolworth gibt es zwar keine Auskunft über die Besitzverhältnisse, wohl aber über die Pläne zum Standort Kulmbach.

Wie Diana Schönfeld, Referentin Unternehmenskommunikation bei Woolworth, gegenüber der Bayerischen Rundschau erklärte, würden Details über den Mietvertrag in Kulmbach sowie über den Vertragspartner zwar nicht bekanntgegeben, aber: "Wir können Ihnen jedoch versichern, dass Woolworth den Standort in Kulmbach nicht aufgibt. Das Kaufhaus existiert bereits seit über 50 Jahren und bleibt auch weiterhin Bestandteil der Kulmbacher Innenstadt."