Als passionierter Fotograf und langjähriger Vorsitzender des Foto-Amateur-Clubs Kulmbach-Mainleus hat Manfred Ströhlein ein Auge für Naturschönheiten. Dem 76-Järigen fallen auf Anhieb viele schöne Ecken im Landkreis Kulmbach ein. Doch sein absoluter Lieblingsplatz liegt am Main: Direkt am Schwarzacher Steg angelt Manfred Ströhlein am liebsten.

Der Platz habe viele Vorteile, sagt Manfred Ströhlein. So könne er mit dem Auto direkt anfahren. Am flachen Mainufer stelle er dann einen Klappstuhl auf und verbringe Stunde um Stunde hier. Manchmal komme ein Klapperstorch vorbei, manchmal auch Reiher.

Radfahrer und Wanderer plaudern den Angler oft an.
"Und wenn mir jemand sagt, dass Angeln langweilig ist, dann sage ich immer, Zuschauen ist noch langweiliger", frotzelt Ströhlein.


Ein magisches Geheimnis


"Hier in diesem Bereich fließt der Main sehr ruhig vor sich hin, weil sich das Wasser vor der Rothwinder Mühle staut", erklärt der passionierte Fischer. Ströhlein mag die Ruhe beim Angeln.

Doch es gibt noch ein magisches Geheimnis. Schon dreimal hatte Ströhlein in diesem Bereich besonderes Anglerglück und kam sogar in die Fang-Hitparaden der großen Anglerzeitschriften. Im vergangenen Jahr belegte er in der Blinker-Hitparade Platz neun.

Mit 77 Zentimetern ging ihm im April eine Pracht-Barbe ins Netz. Dafür gabe es den Titel "Fang der Woche". Doch das war nicht der einzige Erfolg. Ströhlein zeigt Berichte von einem Quappen-Fang am Main. 56 Zentimeter war das Exemplar lang.

"Ich angle jetzt offiziell seit 1960. Ich sage immer, Angeln ist die härteste Art, sich zu erholen", sagt Ströhlein. Nicht nur die deutschen Gewässer hat er schon befischt, sondern auch in Österreich, Italien, Tschechien, in der ehemaligen DDR, in Belgien, Frankreich, Norwegen, Schottland, Kanada, Dänemark und England hat er seine Rute ausgeworden.


"Streetfishing" in Berlin


"Ich war auf der Nordsee und auf der Ostsee, im Atlantik, im europäischen Nordmeer und im Pazifik westlich von Kanada", schwärmt Ströhlein. Doch die heimischen Gefilde und der Schwarzacher Steg seien ihm immer noch am liebsten.

"Ich habe auf meinen Angelreisen auch schon besondere Fische wie Lachse, Haie oder einen Meeraal mit 1,35 Meter Länge herausgeholt", erzählt Ströhlein. Einmal hat der 76-Jährige an einem "Streetfishing" in Berlin teilgenommen. "Das war vielleicht ein Erlebnis. Man hat ständig Publikum", erinnert er sich.


Über 100 Tage im Jahr


Manfred Ströhlein kann aber auch seinen früheren Beruf als Steuerberater nicht verleugnen. "Naja, ich bin halt ein buchführender Angler, das muss ich zugeben", sagt er. Und deshalb kann er auch seine Angeltage klar definieren. Seit 1992 waren es immer mindestens hundert im Jahr. "2004 habe ich es auf 113 Angeltage gebracht", erzählt Ströhlein stolz. "Mein Rekord lag bei 16 Stunden Angeln an einem Tag. Das war im Landkreis Schwandorf", weiß er noch ganz genau und: "Ich bin halt ein Hocker."

Nur zwei Details hat Manfred Ströhlein in seiner Buchführung nicht erfasst: Wie viele Stunden er bislang an seinem Lieblingsplatz verbracht hat und wie oft er vorbeikommenden Radlern und Wanderern schon erklärt hat, dass unter dem Schwarzacher Steg der vereinigte Main fließt und nicht der Weiße oder Rote.