Seit Sonntag ist das Baden an der "Kieswäsch" untersagt. Einsatzkräfte des Technischen Hilfwerks bemühen sich um das Gewässer - und den Sauerstoffgehalt.
Am Sonntag (23. August 2026) haben die Stadt Kulmbach und die zuständigen Behörden nach einem plötzlichen Fischsterben im Naherholungsgebiet an der Kieswäsch unmittelbar Maßnahmen eingeleitet. Es geht um den Schutz des Gewässers, aber auch der Besucherinnen und Besucher. Seit Sonntag besteht ein Badeverbot an dem beliebten Gewässer, das auch noch weiterhin andauert. Auch der Uferbereich wurde abgesperrt.
Direkt am Sonntag begannen die Fachbehörden mit ersten Messungen der Wasserqualität, wie die Stadt Kulmbach in einer Pressemeldung erläuterte. Im Bereich des Stegs im Badegewässer wurde demnach eine zu niedrige Sauerstoffsättigung festgestellt. Dieser Wert sei nach "fachlicher Einschätzung kritisch und kann ein Fischsterben begünstigen", so heißt es. Der Fischereiverein Kulmbach habe im Laufe des Sonntagvormittags mehrere tote Fische im Gewässer festgestellt.
Gewässer retten: Technisches Hilfswerk rückt mit Großpumpen an
Um die Sauerstoffsättigung des Wassers im Naherholungsgebiet zu steigern, rückten am Sonntag laut offiziellen Angaben zunächst die Freiwilligen Feuerwehren der Stadtteile Höferänger, Katschenreuth, Leuchau und Melkendorf gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Kulmbach an. An vier Punkten an der Kieswäsch kamen daraufhin Tragkraftspritzen zum Einsatz, die insgesamt etwa 3200 Liter Wasser pro Minute bewegten.
In einem zweiten Schritt kommt nun das Technische Hilfswerk (THW) aus Kulmbach gemeinsam mit THW-Kräften aus Kronach sowie Naila im Landkreis Hof zum Einsatz – mit noch größeren Pumpen. "Das sind sogenannte Havariepumpen, also Großpumpen", erläutert Andreas Hoch, zuständiger Zugführer des THW. "Die können im besten Fall im Hochwasserfall Wasser wegpumpen. Hier nutzen wir das so, dass wir das Wasser aus dem See entnehmen, mit Luft anreichern und durch das Umwälzen versuchen, den Sauerstoffgehalt im See zu erhöhen." Geplant sei dieser Einsatz noch etwa bis Dienstagabend.
Diese Erhöhung des Sauerstoffgehalts des Wassers soll den Fischen einen qualvollen Tod ersparen. Oft sinkt im Sommer die Sauerstoffsättigung in vergleichbaren Gewässern, auch Badeseen. Das liegt teils an Cyanobakterien, sogenannten Blaualgen. Diese Mikroorganismen bilden Giftstoffe, die auch für Menschen gefährlich sein können. Bei Kontakt kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Hautausschlägen kommen.
Großaktion bei Weiher nahe Mainleus: "Verbesserung"
Die Aktion scheint Wirkung zu zeigen, wie Kulmbachs Oberbürgermeister Ralf Hartnack (Wählergemeinschaft Kulmbach) erläutert: "Wir haben heute in der Nacht jetzt weniger Fischsterben verzeichnen können. Es sind immer noch vereinzelte, die an Land getrieben werden, die aber durchaus vielleicht auch schon gestern verendet sein können und heute erst angespült werden." Hartnack verantwortet und koordiniert das Vorgehen ebenso seit Sonntag.
Zusätzlich zu den Wasserpumpen liefen Untersuchungen zur Ursache des Fischsterbens, so heißt es weiter von Seiten der Stadt. Dabei werden auch die toten Fische untersucht. In den kommenden Tagen sei nach Einschätzung der Fachbehörden mit ersten Ergebnissen zu rechnen.
Hartnack bittet noch bis zum Abschluss des Einsatzes um Verständnis für die Einschränkungen. "Wir haben aktuell ein Badeverbot, weil wir technisches Gerät hier haben und deswegen sicherheitshalber sagen: 'Bitte nicht baden'. Wir sind natürlich bemüht darum, dass es kurzfristig erledigt wird."
Badeverbot an der Kieswäsch: Stadt Kulmbach hält auf dem Laufenden
Er hofft auf eine Stabilisierung des Gewässers. Auch andere Badeseen haben mit Blaualgen zu kämpfen. Die Stadt Kulmbach will über die weitere Entwicklung und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen informieren.