Auf welchen Erfolg in ihrer bisherigen Amtszeit sind Sie am meisten stolz? Was wollen Sie als nächstes angehen?
Es gibt ja einige Themen, die ich vor der Wahl öffentlich versprochen habe anzupacken. So wird das Rathaustor ab dem 3. August wieder geöffnet sein, um neben dem Zugang zur Poststelle auch ein Zeichen der Offenheit gegenüber den Bürgern zu setzen. Die Eröffnung der Poststelle im Rathaus war mir sehr wichtig, um diese Dienstleistung in unserer Gemeinde nicht zu verlieren. Das wäre ein fatales Zeichen gewesen.
Auch der Verbindungsweg für Fußgänger und Radfahrer zwischen Peesten und Heubsch war ein langgehegter Wunsch unserer Bürger. Es wurde uns bei den Wahlversammlungen ans Herz gelegt, das Thema wieder aufzugreifen, nachdem es schon vor Jahren mal abgelehnt wurde. Auf drei Gemeinderatssitzungen haben wir den Ausbau zum Teil sehr kontrovers diskutiert, bevor es am 22. Juli nun endlich eine Mehrheit gab, diesen zu bauen. Wir haben die Gespräche bezüglich der Erschließung des Gewerbegebietes in Krumme Fohre mit den Behörden wieder aufgenommen, um zeitnah und kostengünstiger eine Erschießung beginnen zu können. Mit einher geht aber auch die Ortsumfahrung Döllnitz die wir ebenfalls forcieren werden. Hierzu haben wir schon Gespräche mir Regierung, Politkern und den zuständigen Ämtern geführt.
Welches Projekt bereitet Ihnen am meisten Kopfzerbrechen?
Ganz klar die aktuell begonnene Sanierung des Gasthofs "Schwarzes Roß". Hier gibt es schon einige Verzögerungen wegen der Erstellung der Statik. Die Bausubstanz ist noch viel schlechter als erwartet. Auch haben wir Verzug bei der Erschließung unseres Baugebietes "Am Fichtig III" in Heubsch, sehen hier aber schon Licht am Horizont. Wir gehen davon aus, dass in Kürze die Vermessungen stattfinden und dann die Grundstücke, die schon fast alle reserviert sind, verkauft und bebaut werden können. Und dann gilt es neue Grundstücke zu finden, die bebaut werden können. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass dies nicht einfach werden wird.
Unmittelbar nach der Wahl (beziehungsweise noch vor der Stichwahl) kam der Lockdown. Was hätten Sie ohne Corona unmittelbar nach Ihrem Amtsantritt anders gemacht?
Mit ist die Kommunikation mit unseren Bürgern seht wichtig. Ich hätte viel mehr Gespräche geführt mit unseren Unternehmern, Geschäftsinhabern, Vereinen oder privaten Initiativen. Das ist nicht vergessen, wegen Corona aber aufgeschoben worden. Mit den Lockerungen werde ich dann auch diese hoffentlich interessanten Gespräche in der nächsten Zeit Zug um Zug aufnehmen können.
Gibt es etwas, von dem sie nach 100 Tagen im Amt sagen: Damit hätte ich nicht gerechnet?
Ich kann nicht sagen, dass ich große Überraschungen erlebt habe, was sicher auch an unseren
engagierten und guten Mitarbeitern in der Verwaltung und im Bauhof liegt. Sie alle haben mir den Einstieg schon leichter gemacht. Aber es sind die kleineren Anliegen der Bürger, hier eine Hecke, die über die Grenze oder in die Straße wächst, dort regelmäßig Hundekot auf den Rad- und Gehwegen, die wiederkehrend ein Thema sind. Auch das war aber vorherzusehen und ich verstehe die Bürger, da es für die Betroffenen eben ein Ärgernis ist, was wir ernst zu nehmen haben. Wir sollten alle eigenverantwortlich unseren Teil dazu beitragen, dass Kasendorf lebenswert bleibt, wozu selbstverständlich auch Sauberkeit und Ordnung gehört.