Schmid kommt soeben aus Fulda zurück. Dort organisiert er derzeit die renommierte Fuldaer Wiesn. Und schon geht es weiter nach Tiefenlesau. Schnell schaut er in die Lastwagen, die auf dem Firmengelände schon bereit stehen. "Alles drin", sagt er und sieht Bierfässer, aber auch jede Menge alkoholfreie Getränke. Beim großen Bayern 3-Dorffest läuft nichts ohne die Kulmbacher Brauerei.

"Wir werden in Tiefenlesau mit 80 Mann vor Ort sein. Wir sind für den ganzen Ausschank zuständig und allem, was damit zusammenhängt", sagt Schmid. Die Organisation des Mega-Festes ist in Tiefenlesau nicht so einfach. Denn eigentlich gibt es in dem Hollfelder Ortsteil nichts. "Das Veranstaltungsgelände ist in einer Kessellage. Wir müssen erst mal das Gelände lesen und dann alles organisieren", sagt Schmid.

Sofort sieht er, wo die Ausschankstände aufgestellt werden. "Es musss ja alles funktionieren. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn die Menschen lange anstehen müssen", weiß der Organisator, der die Zusammenarbeit mit den Bayern 3-Frühaufdrehern, insbesondere Axel-Robert Müller, Bernhard Fleischmann und Claudia Conrath als "ausgesprochen gut" bezeichnet.

"Wir sind von Anfang an beim Dorffest dabei - wir waren auch 2008 in Walkersbach in Oberbayern", ergänzt die Pressesprecherin der Kulmbacher Brauerei, Helga Metzel. Damals mussten die Kühlhänger auch auf die Wiese gestellt werden - und dann fing es an zu regnen. "Wir mussten die Anhänger damals wirklich rausziehen."
Aber in Tiefenlesau wird alles gut gehen. Es sind 24 Grad gemeldet, kein Regen. "Ideales Wetter zum Feiern", sagt Michael Schmid und ist guter Dinge, dass alles perfekt wird.


Getränke für Stars und Helfer

Egal, ob nun 50 000 Menschen kommen oder mehr, die Kulmbacher Brauerei ist zuversichtlich, dass sie auch dieses Jahr die Herausforderung meistern wird. "Wir versorgen auch den gesamten Backstagebereich, Feuerwehren, die Stars, die Sanitäter", erklärt Schmid. Und alles wird ohne Glas von statten gehen - nur mit PET-Bechern.

Tatsächlich ist die Logistik, die hinter dem Mega-Fest steckt, immens. Denn Tiefenlesau, das nur 89 Einwohner hat, hat 600 Helfer aquiriert, davon 400 aus den örtlichen Vereinen. So ist Bettina Bundt vom Bayerischen Rundfunk denn auch beeindruckt von der grandiosen Leistung im Vorfeld. 17.000 Parkplätze stehen zur Verfügung, 150 Toiletten, 21 Buden. 35.000 Würstchen werden auf den Grill kommen. Und auch die Technik sucht ihresgleichen: 273 900 Watt für das Licht werden aufgeboten, die Tonleistung beträgt 250.000 Watt. Die Bühne ist inklusive LED-Walls 48 Meter breit und 17 Meter hoch.

Felix Appel, Dorffest-Bewerber und Mitarbeiter der Gemeinde Hollfeld, spricht von einer "riesigen Vorfreude" auf den Samstag. "Ehrlich gesagt, wir können es noch immer nicht richtig glauben, dass wir da gewonnen haben. So richtig realisieren werden wir das wohl erst nach dem Fest. Zum Glück steht uns Bei der Organisation Bayern 3 mit Rat und Tat zur Seite", sagt Appel.


Motivation war am schwierigsten

Schwierigste Aufgabe sei es gewesen, alle Beteiligten und Voter zu motivieren, vor allem auch während der nervenzermürbenden Votingphase. "Ich hatte schon Angst, sang- und klanglos im Wettbewerb unterzugehen", so Appel. Doch das Gegenteil ist passiert. Tiefenlesau hat sich gegen Vilshofen durchgesetzt.

Karin Eschenbacher auf Hollfeld, die ebenfalls bei der Organisation mithilft, ist zuversichtlich, dass alles gut klappt. "Wir hoffen, dass von überall her Besucher kommen. Das wird ein Fest für Familien." Persönlich hat sie schon Informationen darüber, dass auch viele Busse Tiefenlesau ansteuern werden - auch aus anderen Bewerbergemeinden und früheren Dorffest-Stationen.

Eine Herausforderung gibt es allerdings: "Wir wissen schon jetzt, dass die Handyverbindung zusammenbrechen wird. Unser Sendemast kann so einen Ansturm nicht bewältigen. Deshalb organisieren wir im Vorfeld Funknetze. Das Bayern 3-Team, die Feuerwehren und der Rettungsdienst verwenden Funk", erklärt die Hollfelderin.