In der Kulturscheune Putzenstein ist zum Saisonabschluss noch einmal einiges geboten. Am Sonntag steht das Lichterfest bevor, mit dem Verbrennen von Weihnachtsbäumen soll das alte Jahr endgültig verabschiedet werden.

Bereits am heutigen Freitag wird eine neue Formation ihr Debut in dem Thurnauer Einzel geben. - und die besteht aus alten Showhasen. "Tanquoray", eine Band aus der Nähe von Amberg wird auf der Bühne stehen. Michael (Michon) Deiml, Schlagzeuger und zweite Leadstimme, hat uns im Vorfeld Rede und Antwort gestanden und erklärt, warum sich ein Besuch unbedingt lohnt.


Michon, warum denn Putzenstein?
Michael Deiml: Du meinst, warum so weltbekannte, ständig ausgebuchte und gut riechende Musiker wie wir in einer kleinen versteckten Scheune gastieren (lacht)? Wir kennen die Moni (Anm. d. Red.: Wirtin Monika Kober) schon lange und wurden von ihr eingeladen. Was sie da auf die Beine gestellt hat, verdient große Anerkennung. Jeder, der an Kultur interessiert ist, sollte Putzenstein und die Moni auf dem Schirm haben.

Woher kennt ihr euch denn?
Toby Mayerl, unser Ein-Mann-Orchester an den Tasten, und ich spielen seit 25 Jahren zusammen in der von uns gegründeten Ramona-Fink-Gospel-Group. Vor ein paar Jahren ist Moni als Ersatz-Stimme für ein paar Auftritte eingesprungen. Mit der Gospel-Group waren wir auch schon zweimal in Putzenstein mit großem Erfolg.. Toby und ich machen schon seit ewig miteinander Musik. Der Beginn unserer Zusammenarbeit war 1989 mit meinem Einstieg als Drummer bei "Grand Slam" die Toby damals schon ein paar Jahre leitete.

"Grand Slam", die Amberger Funkformation, die es damals, vor 30 Jahren schon gab und die heute immer noch auftritt ...
Ich bin seit etwa elf Jahren nicht mehr als aktives Bandmitglied dabei. Wir sind aber nach wie vor eine musikalische Familie und haben natürlich guten Kontakt. Und so ergab es sich auch, dass mir Toby Ashonte "Dolo" Lee vorstellte.

Und dann habt ihr euch entschlossen, zu dritt aufzutreten.
Herz-Blut-Musiker wie wir suchen immer neue Konstelationen. Bei "Tanqouray" wollen wir bekannte Songs aus allen Genres, die der Zuhörer mit viel Effekten, Orchester-Arrangements und Trallalla in glattgeschliffenen Radio-Versionen kennt, in unserem eigenen Sound und eben in kleiner Besetzung interpretieren.

Wie kann man sich eure Musik vorstellen?
Wir spielen bekannte Hits neu und im ganz eigenen "Tanquoray"-Stil interpretiert. Soulig, authentisch ein bisschen funky. Kennst Du zum Beispiel "Hall & Oates"?

Äh, nein.
Das Lied "Because your kiss, is on my list" kennt eigentlich jeder. Bei diesem Song ist es ausnahmsweise so, dass mich am Schlagzeug ein Drumcomputer ersetzt. Dieses Medium benutzen wir aus soundtechnischen Gründen, und außerdem kann ich mir mal auf der Bühne die Füße vertreten. Bei den meisten Songs spielen wir aber rein akkustisch, das heißt mit Piano, kleinem Drumset und zwei Stimmen, die Dolo zum größeren Teil und eben ich übernehmen.

Seid ihr kleine, feine Bühnen wie in Putzenstein gewöhnt?
Also in Putzenstein werden wir uns schon auf das Ambiente einstellen. Das ist etwas anderes, als eine Menge tanzender Leute vor der Bühne zu haben. Das wird bestimmt besonders. Jeder Gig ist eine neue Herausforderung und wir probieren eben noch aus, welcher Weg in Sachen Sound, Lautstärke und so weiter der geeignete für diese Besetzung ist. Generell kann man aber sagen: "Hey, wir machen hier Soulmusik ... listen, and if you feel like dancing, get up and dance!
Heißt das, auch als erfahrene Musiker muss man seinen Stil noch finden?
Ja klar, nicht unbedingt persönlich, aber in jeder neuen Konstelation mit anderen Musikern. Toby und ich gehen stramm aufs Rentenalter zu (lacht), Dolo ist ein paar Jahre jünger. Wir haben alle schon in verschiedensten Combos gespielt, aber der "Tanquoray"-Sound, der uns so vorschwebt, kommt gerade mal ins Krabbelalter!

Einer eurer Mitglieder, Dolo, hat es ja sogar schon ins Fernsehen geschafft.
Ja, genau. Zu "Voice of Germany". Er ist auch ziemlich weit gekommen.
Du hast die Sendung ja verfolgt. Dolo hat es ja bis ins Finale geschafft.Hat es Dich dann gewundert, als er doch rausgeflogen ist?
Nein, eigentlich nicht. Bei so einer Show werden ganz bestimmte Typen gesucht. 20-Jährige, die man noch formen kann. Dolo hat eine überragende Stimme. Er klingt unverwechselbar und ganz eigen. Zu formen ist da nix mehr.

Den Fans gefällt aber ja genau das an ihm und an euch. Zum Abschluss noch eine Frage, die sich geradezu aufdrängt. Wie kam es denn zu eurem außergewöhnlichen Namen?
Dolo wollte gerne "Tangerine", das englische Wort für Mandarine. Aber da gibt es schon eine Band mit dem Namen, sogar im näheren Umfeld, by the way: schöne Grüße! Da haben wir was genommen, was so ähnlich klingt, aber mehr an dem Namen einer englischen Gin-Sorte erinnert. Aber unser orange-farbenes Bühnenoutfit erinnert an den Ursprung.

Vielen Dank für deine Zeit und alles Gute für das Konzert am Freitag.
Danke, Katharina, ich hoffe wir sehen uns in Putzenstein. Ich hoffe wir sehen uns alle, keep grooving ...

Das Gespräch führte Katharina Müller-Sanke.