Jonglieren fördert das Denkvermögen. Und auf der Bühne zu stehen ist gut für das Selbstbewusstsein. Das Fach "Zirkus" gehört damit definitiv in die Schule. Davon jedenfalls sind die Lehrkräfte und vor allem die Leiterin der Mainleuser Grundschule überzeugt.


Das Jonglieren will gelernt sein


In diesem Schuljahr dreht sich daher viel um Jongleure, Clowns und Artisten. Bis zum Wiesenfest im Sommer soll eine eigene Zirkusvorstellung auf die Beine gestellt werden. Einen ersten Vorgeschmack auf ihre Aufführung haben nun bereits die Viertklässler gegeben.

Heinz Bauer, pensionierter Lehrer aus Neudrossenfeld und bekennender Jonglier-Fan, trainiert mit den Kindern einmal pro Woche. Bei einer Zirkusvorstellung konnten die Nachwuchsartisten ihr Können unter Beweis stellen. Und mehr noch: Die Schule hatte eine echte Zirkusfamilie zu Gast.
Die Büglers, die in Goldkronach ihr Winterquartier aufgeschlagen haben, boten den Kindern eine wunderbare Show.


Ein Familienbetrieb


Bei Carmen Bügler laufen alle Fäden zusammen. Kinder und Enkel treten auf. Darunter ist auch die achtjährige Kitana. Als echtes Zirkuskind war sie im Herbst selbst für einige Wochen in Mainleus in der Schule und drückt derzeit in Goldkronach die Schulbank; wenn sie nicht gerade mit ihrer Familie auftritt.

Kitana betreibt Bodenakrobatik - trainiert wird sie von Oma Carmen. Ihr Cousin Jeremy tritt als Clown auf, Onkel Tomay beeindruckt als Handstandakrobat, beim Messerwerfen und vielen weiteren Attraktionen, Adriano spuckt Feuer und balanciert.

Es ist eine abwechslungsreiche wenn auch kleine Show, bei der den Schülern nicht nur einmal der Atem stockt. Die Kinder sind begeistert, natürlich auch, weil sie durch Kitana eine direkte Verbindung zum Zirkus haben. Kitana selbst merkt man die Aufregung kaum an. Souverän führt sie ihre Kunststücke vor. Mehrmals am Tag trainiert sie für ihre Auftritte. Und gefragt nach ihrem Berufswunsch, schaut sie etwas verwundert: "Artistin natürlich."


Winter ist eine harte Zeit


Sie kennt nichts anderes, auch ihre Verwandten arbeiten im Zirkus oder als Schausteller. Die Büglers campieren derzeit in Goldkronach. Der Winter ist eine harte Zeit. Nur wenige Auftritte sorgen für Einkommen. Im Frühjahr geht es wieder weiter. Dann packt die Familie ihr Zelt und ihre Wagen ein und zieht weiter durch die Lande.

Kitana ermöglicht den Kindern in Mainleus einen Blick hinter die Kulissen. Und durch ihre eigenen Proben auch den Blick von der Bühne herab. Bis zum Sommer soll eine komplette Aufführung der Mainleuser Grundschüler stehen. Mit Tiervorführungen, Artisten, Clowns und natürlich den jonglierenden Jungen und Mädchen.

Das Jonglieren soll bis dahin auch in den Unterricht eingebaut werden. "Jonglieren fördert die Konzentration, es verknüpft die beiden Hirnhälften und es schafft Erfolgserlebnisse auch für Kinder, die sonst in der Schule vielleicht nicht die leistungsstärksten sind," weiß Heinz Bauer. Er trainert nicht nur mit den Kindern, sondern möchte auch Lehrerfortbildungen geben. Auch ein kompletter Jongliertag für die Mittelschüler ist geplant. Man darf gespannt sein auf den Sommern, wenn es heißt: Manege frei!