Ferienzeit ist Baustellenzeit. Nicht nur Straßen werden auf Vordermann gebracht, auch in den Schulen wird die lange Sommerpause genutzt, um ungestört renovieren und umbauen zu können.

Die größte Baustelle, für die Stadt Kulmbach verantwortlich zeichnet, befindet sich derzeit in der städtischen Musikschule: Schon in den ersten Ferientagen haben im ökumenischen Kinderhort die Handwerker eine Staubschutzwand eingezogen. denn dort werden die kompletten sanitären Anlagen erneuert.


Schluss mit schlechten Gerüchen


"Die vorhandenen sanitären Anlagen sind 23 Jahre alt. Wir hatten bereits Anfang des Jahres vom Elternbeirat des Blaicher Hortes ein Schreiben bekommen, in dem sie sich beklagten, dass es in den Toiletten unangenehm riecht", sagt Bernd Ohnemüller, Leiter der Hochbauabteilung der Stadt.
Zunächst habe man versucht, das Problem durch Abdichtungsmaßnahmen zu lösen. "Aber das hat nicht den erwünschten Erfolg gebracht."

Deshalb erfolgt jetzt ein großangelegter Umbau der der Toiletten. Die Maßnahme bringt noch einen weiteren Vorteil: Statt bisher neun werdenden Hortkindern künftig 15 Toiletten zur Verfügung stehen. "Wir werden auch ein behindertengerechtes WC einbauen", erklärt Bernd Ohnemüller das neue Konzept.

Derzeit führt die Firma Stübinger die Installationsarbeiten durch. Zeitgleich fliesen die Handwerker der Firma Dütthorn aus Kasendorf die neuen Sanitärbereiche. Rund 45 000 Euro kostet die Erneuerung der sanitären Anlagen insgesamt.

Auch gleich nebenan - in der Pestalozzischule - stehen Handwerkerautos im Schulhof. Dort ist die Firma Meile damit beschäftigt, eine neue Heizung einzubauen. Der dreißig Jahre alte Gasbrenner hat ausgedient. "Wir ersetzen die bisherige Heizungstechnik durch zwei neue Gasbrennwertheizungen", erklärt Ohnemüller.

Von der neuen Heizungsanlage verspricht sich die Stadt einen Kostenspareffekt. Denn während die alte Heizung nur Vollgas laufen konnte, ist die neue stufenweise schaltbar. Beide können getrennt eingeschaltet werden, und sind modulierbar. "Ein Einsparpotenzial von zwanzig bis dreißig Prozent ist sicherlich vorhanden", sagt Techniker Michael Eschenbacher von der Firma Meile, der derzeit die Heizung installiert.


Kleiner und sparsamer


Die neue Heizung ist wesentlich kleiner, nimmt nur noch einen Bruchteil des Platzes in Anspruch. Außerdem ist sie mit Plastikrohren ausgestattet. Rücklaufendes Wasser kann wiederverwendet werden - auch das spart Kosten. "Wir haben auch überprüft, ob man ein Blockheizkraftwerk oder eine Wärmepumpe einbauen könnte. Es hat sich allerdings gezeigt, dass das unwirtschaftlich wäre, da in der Schule ja nur geheizt wird", so Bernd Ohnemüller. Auch das Heizungsprojekt wird rund 45 000 Euro kosten.

Ebenfalls gebaut wird in der Blaicher Schule. Dort wird der Hort von 26 auf 40 Plätze erweitert. Dazu wird der bisherige Geräteraum in einen Gruppenraum umfunktioniert. "Die Geräte werden wir in Zukunft in einem Holzanbau unterbringen", so Ohnemüller. Kosten der Maßnahme: 30 000 Euro.

Aber nicht nur die Stadt, sondern auch der Landkreis nutzt die Ferienzeit, um "Ertüchtigungsmaßnahmen" an den weiterführenden Schulen durchführen zu lassen, bestätigt Andreas Schülein vom Landratsamt. So wird in der Realschule der Boden im Werkraum ausgetauscht. An der Berufsschule in Kulmbach werden die Elektroinstallationen erneuert. "Aber das ist ein Mehrjahresprojekt", so Schülein.


Umbauten an den Gymnasien


Und natürlich gehen in den Ferien auch die großen Baumaßnahmen an den beiden Kulmbacher Gymnasien weiter: Am Caspar-Vischer-Gymnasium werden die Fassade und das Dach der Zweifachturnhalle saniert. Außerdem werden für ein neues Raumkonzept für die Ganztagesbetreuung acht Klassenzimmer umgebaut. die Kosten Kosten für die Baumaßnahme belaufen sich insgesamt auf rund 1,8 Millionen Euro.

Am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium geht der Neubau der vier Millionen Euro teueren Pausenhalle in die nächste Phase. Dort bricht derzeit die Firma Asbest-Engl den gläsernen Überbau ab, der den Hauptbau mit dem Fachtrakt verbindet, und entsorgt zementgbundene Asbestplatten fachgerecht. In den nächsten Tagen wird der Übergang verschwunden sein. Dann beginnen die Fundamentarbeiten für die Pausenhalle. Das MGF bleibt allerdings eine Dauerbaustelle: Der große Umbau wird erst Ende 2016 oder Anfang 2017 abgeschlossen sein.