Vor gut zwei Jahren hat jemand (ein Ortsansässiger soll es nicht gewesen sein) beim Rückwärtsausparken die linke Stütze des Vordachs der Bauernmarktscheune an der Knollenstraße touchiert, so dass diese abknickte und das Ziegeldach einseitig abstürzte. Die zerstörte Konstruktion wurde umgehend vollständig entfernt, damit die Scheune weiterhin gefahrlos betreten werden kann.

Seither wurde das städtische Gebäude - unabhängig von dieser Beschädigung - saniert: Vollständig eingepackt und per Begasung vom Holzwurm befreit; der Sockel wurde stabilisiert und morsche Balken an der Rückseite sind ersetzt. Nun fehlt noch das Vordach, für dessen Schadensregulierung die Kfz-Haftpflicht des Unfallverursachers zuständig ist. Diese habe den Schaden mit 2592 Euro beziffert, teilte Bürgermeister Roland Wolfrum dem Stadtrat in der Sitzung am Montagabend mit.

Kostenschätzung liegt bei 13.000 Euro

Damit das Gebäude vollständig wiederhergestellt werden kann, habe er zwischenzeitlich Architekt Hans Spindler um einen Vorschlag nebst Kostenschätzung gebeten, den er den Stadtrat zur Beratung und eventuellen Beschlussfassung vorlegte.

Die neue Konstruktion könnte breiter als die bisherige sein, aus Holz und mit einem Trapezblechdach, die von den Balken des Fachwerkhauses getragen werden sollte - ohne Stützen, die unter Umständen wieder umgefahren werden könnten. Kosten: um die 13.000 Euro. Weshalb die Versicherung nur 2600 Euro zahle, wollte Wolfgang Heiß (CSU) nicht akzeptieren. Mehr als der Zeitwert des alten Dachs werde nicht entschädigt, klärte Klaus Witzgall (CSU) auf; bei einem Unfall bekomme man auch nur den Schaden repariert und kein neues Auto.

Holzpreise sind hoch: Eigenes Holz aus dem Stadtwald?

Für ein breiteres Dach konnten sich Wolfgang Martin (BLS) wie auch der ganze Stadtrat erwärmen - allerdings nicht gleich, wandten Manuel Steinl (CSU) und Martin Baumgärtner (FW) ein. Die Holzpreise seien derzeit sehr hoch; man sollte besser warten. Vielleicht könnte man auch eigenes Holz aus dem Stadtwald nehmen, ergänzte Bernd Kotschenreuther (CSU). Ob man das neue Dach wirklich an die alten Fachwerkbalken anhängen solle, gab Klaus Witzgall zudem zu bedenken; Stützen wie vorher wären wohl sicherer und vielleicht auch billiger.

Nach einem Rundblick in die Versammlung stellte Bürgermeister Wolfrum schließlich fest, dass man das Projekt Vordach "vorerst in die Zeitschleife geben" und es im Herbst erst angehen wolle. Einen Beschluss fasste der Stadtrat nicht dazu.

Nicht möglich: Komplette Erneuerung der Temperierung des Wassers im Freibad 

Auch mit einer kompletten Erneuerung der Temperierung des Wassers im Freibad, so wie es sich der Stadtrat vorgestellt hatte, wird es nach Rücksprachen mit der Bezirksregierung nichts. Das Bad ist seit dem vergangenen Wochenende zwar bei 23 Grad Wassertemperatur wieder in Betrieb. Die Restleistung aus der immer mehr schwächelnden Photovoltaikanlage wird jetzt vorübergehend aber - nach trickreicher Mithilfe von Stadtrat Wolfgang Martin, wie Wolfrum betonte - mit der bestehenden Ölheizung ergänzt. Wobei Martin zugunsten der PV-Anlage darauf hinwies, dass durch die Solarzellenbeheizung bisher jedes Jahr um die 20.000 Liter Heizöl eingespart wurden.

Für die künftige Beheizung mit Pellets werden nun ein Technikraum und ein Pelletsilo gebaut. Für sein eigenes Bauvorhaben genehmigte der Stadtrat die Änderung des Bebauungsplans und vergab Planung sowie Statikberechnungen für 12.000 Euro an das Büro IBP in Kulmbach.

Aufträge für Wasserversorgung vergeben

Weitere Aufträge vergab der Stadtrat für einen Teil der künftigen Wasserversorgung der Stadtteile oberhalb des Steinbruchs und der Vernetzung der Leitungen mit der Kernstadt. Zum Einbau eines Pumpwerks in den Hochbehälter "Hainberg" wurden die maschinentechnischen Anlagen an die Firma WET (341.000 Euro) und für die Elektrotechnik an die Firma Richter für 139.000 Euro vergeben. Die beiden Kasendorfer Firmen hatten das wirtschaftlichste Angebot abgegeben.

In diesem Zusammenhang bemängelte Marcel Ott (FW) die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit: Für beide Gewerke gebe es auch in Stadtsteinach Firmen, die diese wahrscheinlich für einen höheren Preis angeboten hätten. Allerdings sollte man deren Angebote relativieren beziehungsweise anders beurteilen als nur nach dem abgegebenen Preisangebot. Von den Stadtsteinacher Betrieben würden doch später Gewerbesteuern aus diesen Aufträgen an die Stadt zurückfließen, so dass im Endeffekt deren Angebot billiger sein könnte, argumentierte Ott. Gemäß Vergaberichtlinien seien mögliche spätere Steuerrückflüsse aber nicht in die Angebotsbeurteilungen einzubeziehen, klärte Geschäftsstellenleiter Florian Puff dazu auf.

100.000 Euro für kontinuierlichen Erhalt der Straßen in der Innenstadt

Für den kontinuierlichen Erhalt der innerstädtischen Straßen regte Bürgermeister Wolfrum eine Sanierung der Goethestraße an. Dies betreffe etwa 2600 Quadratmeter Oberfläche, für die man um die 100.000 Euro ausgeben müsste. Der Stadtrat stimmte für eine Ausschreibung.

In diesem Zusammenhang wies Wolfgang Martin darauf hin, dass die Stadt bei aller Notwendigkeit von Straßensanierungen auch an den Erhalt der Wege denken müsse. Wenn man durch die Stadt gehe, stolpere man überall über Sanierungsbedarf. In diesem Sinn appellierte Bürgermeister Wolfrum zudem an die Bevölkerung, solche Schäden im Rathaus zu melden, damit man Reparaturen in die Planungen aufnehmen könne.