Am Ende ist doch alles gut geworden: Nach zwei Wochen Hoffen und Bangen hat die Deutsche Botschaft in Kapstadt der Familie Punke-Dresen drei Plätze in einer Rückholmaschine der Bundesregierung vermitteln können. Anna Punke-Dresen ist erleichtert, dass sie gesund zurück in Deutschland ist.

Die 36-Jährige, die in Kulmbach aufgewachsen ist, früher für die BR-Redaktion gearbeitet hat und heute in Hamburg lebt, hatte mit ihrem Mann Sigi und Sohn Oskar eine längere Auszeit in Südafrika geplant und ihre Reise vor der Corona-Krise angetreten. Die Ereignisse überrollten die Familie, die plötzlich in Kapstadt festsaß und nicht mehr nach Hause reisen konnte. Der gebuchte Rückflug fand nicht statt, eine erste Rückholaktion der Bundesregierung Ende März scheiterte, weil die südafrikanische Regierung dem Flugzeug die Landeerlaubnis verweigert hatte.

Doch am Wochenende hat es dann endlich geklappt. "Vor dem tatsächlichen Rückflug waren wir richtig nervös", schreibt Anna Punke-Dresen der BR-Redaktion. "Die Flugbestätigung kam per E-Mail. Aufgrund der schwierigen Abstimmung zwischen der deutschen Botschaft, der südafrikanischen Regierung und der Fluglinie South African Airlines haben wir erst in letzter Minute unsere Tickets erhalten. Das Mitfiebern unserer Familien und Freunde, auch aus Kulmbach, hat uns geholfen, positiv gestimmt zu bleiben."

Formulare, Kontrollen, Warten

Viele bürokratische Hürden waren zu meistern: Unzählige Formulare füllten die Punke-Dresens aus. Kompliziert war wegen der strikten Ausgangssperre die Fahrt zum Flughafen. "Der Sicherheitschef unseres Hotels fuhr uns persönlich zum Treffpunkt, dem Cape Town Fußballstadion (wo schon WM-Endspiele stattgefunden haben), da unklar war, ob Straßensperren mit Militärkontrollen zusätzliche Probleme verursachen könnten. Glücklicherweise war dies nicht der Fall."

Sieben Stunden vor dem Abflug mussten die Punke-Dresens bereits am Stadion sein. "Dort angekommen, gab es weitere Formalitäten, und ein Marathon an Kontrollen mit langen Wartezeiten dazwischen begann. Auch eine Fiebermessung gehörte dazu. Per Bus ging es weiter zum Flughafen, und dort noch einmal: Warten und Militärkontrollen. "Der Flughafen war komplett abgesperrt, unser Flieger der einzige zugelassene Flug."

Stress für die Eltern, Abenteuer fürs Kind

Erst als das Gepäck abgegeben war und sie die Boardkarten in der Hand hatten, atmeten die Punke-Dresens auf. Für die Mutter eines knapp fünfjährigen Jungen war die Dauer-Warteschleife in Kapstadt eine besondere Herausforderung. "Aber wir haben Glück mit unserem Oskar. Er hat all die Strapazen, unsere Nervosität, die Kontrollen und die viele Warterei weniger als Stress und mehr als Abenteuer gesehen."

Stewardessen im Schutzanzug

Mit etwas Verspätung ging es dann um 22.30 Uhr endlich los Richtung Frankfurt. Die Stewardessen mussten in komplettem Schutzanzügen mit Gesichtsmasken arbeiten. Ein ungewöhnlicher Anblick.

Von Frankfurt ging es für die Familie dann weiter mit dem Zug nach Hause. Anna Punke-Dresen: "Auch wenn das Ende etwas weniger abenteuerlich hätte ausfallen können, überwiegt immer noch die Dankbarkeit, dass wir eine unvergesslich schöne Reise nach Südafrika erleben durften und am Ende doch noch alles gut ausgegangen ist."