Das Schreiben, das Innenminister Joachim Herrmann seinem "lieben Henry" schickt, betrifft den ersten Finanzierungsabschnitt in Sachen "Revitalisierung der ,Alten Spinnerei'". Die Mittel macht der Freistaat über den Nachtragshaushalt locker, und zwar mit dem Städtebauförderungsprogramm - Sondermaßnahmen "Industrie- und Gewerbebrachen".
Mit dem zu leistenden Eigenanteil von rund 30 Prozent stehen der Stadt somit rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Summe wird laut Schramm reichen, um im ersten Schritt die Spinnerei-Immobilie zu erwerben sowie dringend notwendige Maßnahmen am Dach überm Jugendzentrum und die Statik der Gebäude betreffend durchzuführen. Voraussetzung freilich: Man einigt sich mit dem - durchaus verkaufswilligen - Eigentümer Anterra auf einen guten Preis, und der Stadtrat stimmt zu. "Das muss in diesem Jahr passieren", sagt Schramm mit Blick auf die Bindung der Förderzusage.
Dem ersten Schritt in München werden weitere folgen, da ist er sicher: "Ich gehe davon aus, dass der Staat nicht Projekte anfinanziert und dann nix mehr macht." Wie die klamme Stadt den Eigenanteil stemmt? Offen, Schramm hofft auch auf Stiftungen. Auch andere Modelle, beispielsweise modifizierte Finanzierungspläne über 2012 hinaus, seien denkbar.
Das Ziel sämtlicher Planungen ist, den Schandfleck am Bahnhof komplett zu beseitigen. Renoviert werden soll dafür das 5000 Quadratmeter große Gebäude zur Sparkasse hin, an einem Nutzungskonzept wird noch gearbeitet. Der mittlere Gebäudeteil hingegen, zum ZOB hin und 7000 Quadratmeter umfassend, wird so abgerissen, dass nur noch die Fassade zu den Bahnschienen hin stehen bleibt - das ist aus Denkmalschutzgründen nötig.
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