Was für die Schüler in Corona-Zeiten schon längst Alltag ist, gehört seit Montag auch für Kindergartenkinder alle zwei Tage zur Morgenroutine. Seit 10. Januar werden in den bayerischen Kindertageseinrichtungen nur noch Kinder betreut, deren Eltern drei Mal wöchentlich einen negativen Corona-Testnachweis erbringen. Die Testpflicht gilt für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr.

Anders als bei den Schülern werden die Tests von den Eltern zu Hause selbst durchgeführt - und zwar montags, mittwochs und freitags oder bei Fehltagen direkt am ersten Tag der Rückkehr. Die Selbsttests erhalten die Eltern mit Berechtigungsscheinen des Freistaats kostenfrei in den Apotheken.

PCR-Pool-Tests kein Thema

Für Fachbereichsleiterin Elke Wuthe von der "Die Kita" ist es der richtige Weg, dass die Kinder zu Hause von den Eltern getestet werden - in einem geschützten Umfeld und bevor sie in die Einrichtung gehen. "PCR-Pool-Tests waren für uns von Anfang an kein Thema." Zum einen könnten die Mitarbeiterinnen die umfangreiche Testarbeit gar nicht leisten ("Und was ist, wenn ein Kind nicht mitmachen will?"), und zum anderen hätten die Pool-Tests den Nachteil der Zeitverzögerung und der erhöhten Quarantänegefahr für alle. Wenn morgens in der Kita getestet werde, habe man frühestens am Abend das Ergebnis. "Da waren die Kinder aber schon einen ganzen Tag zusammen und haben miteinander gespielt - ohne Maske und Abstand. Der Kontakt ist ja ein ganz anderer als in der Schule, wo Masken getragen werden und jeder an seinem Tisch sitzt", so Wuthe. Gebe es dann einen positiven Fall, müssten alle in Quarantäne.

Testkassette vorzeigen

Die "Die Kita" hat sich in Absprache mit den Elternbeiräten für folgende Strategie des Testnachweises entschieden: Die Erziehungsberechtigten bringen die Testkassette (das ist der Teil, der das Ergebnis anzeigt) mit in die Einrichtung, zeigen diese dort den empfangenden Erzieherinnen vor und entsorgen die Kassette dann direkt in einem bereitgestellten Müllsack. Eine weitere Dokumentation ist nicht erforderlich.

Bereits vor den Weihnachtsferien wurden alle Eltern über diese Vorgehensweise informiert. "Wir waren gespannt auf den Montag und sind überrascht, wie vorbildlich vorbereitet die Eltern sind und wie reibungslos alles klappt", sagt Elke Wuthe. Aus den Die-Kita-Einrichtungen habe es bislang keine negativen Rückmeldungen gegeben, "die Eltern haben Verständnis dafür". Und ganz neu seien die Tests ja auch nicht. Viele hätten dies schon zuvor freiwillig getan, und bei Krankheitssymptomen sei ein Negativ-Nachweis sowieso schon nötig gewesen.

So macht es die Awo

In den Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Stadt und Landkreis Kulmbach hat man sich für die zweite Möglichkeit des Testnachweises entschieden: dort bestätigen die Eltern das negative Testergebnis auf einem Formular, das sie in der Einrichtung vorzeigen. "Können sie das Formular nicht vorweisen, darf das Kind die Kindertagesstätte nicht betreten", heißt es vom Awo-Kreisverband entsprechend der Vorgaben des Freistaates.

Auf Vertrauensbasis

Die Regelung, dass die Eltern ihre Kinder daheim testen und den Nachweis in den Einrichtungen vorzeigen, setzt natürlich eine Portion Vertrauen der Träger in die Eltern voraus, dass diese ihre Kinder auch tatsächlich testen und nicht nur das Formular ausfüllen oder irgendeinen negativen Test mitbringen. Die Awo sagt dazu ganz klar: "Dieses Vertrauen ist gegeben und auch die Grundlage einer guten Beziehung zwischen den Einrichtungen und den Familien."

Ohne Frage bedeuten die morgendlichen Testungen für die Eltern einen zusätzlichen Aufwand. Vor allem wenn man mehr als ein Kind hat, kann es frühmorgens schon stressig werden. Das weiß auch die zweifache Mutter Katrin Adam, deren jüngerer Sohn Theo (4) das Evangelische Kinderhaus "Regenbogen" in Rugendorf besucht. Die große Herausforderung sei einfach, alles rechtzeitig zu schaffen. Daran zu denken, den Test zeitig genug zu machen, das Ergebnis in die Tabelle einzutragen und diese dann auch mitzunehmen - und dabei im Blick zu behalten, dass auch der große Bruder rechtzeitig zum Bus in die Grundschule kommt.

Bald eine Morgen-Routine

"Da müssen wir uns jetzt eben dran gewöhnen", sagt die Mutter und ist zuversichtlich, dass sich bald eine gewisse Routine einschleifen wird. Sie ist froh darüber, dass inzwischen viele Apotheken spezielle Tests für kleine Kinder haben, die man auch an der Wangeninnenseite oder im vorderen Nasenbereich machen kann, "für Theo ist das kein Problem".

Wie viele andere Eltern, so das Feedback bei der "Die Kita" und Awo, hat auch Katrin Adam Verständnis für die neue Vorgabe und nimmt den Mehraufwand auf sich, damit so rechtzeitig mögliche Corona-Fälle aufgedeckt und Quarantäne-Maßnahmen für ganze Gruppen oder gar Einrichtungen vermieden werden.