Gartengestaltung ist wie so vieles Geschmacksache. Vor allem aus Sicht der Insekten - manches schmeckt ihnen halt gar nicht. Zum Beispiel Zierblumen ohne Nektar. Oder grüne Wände aus immergrünem Thuja. Da gibts auch nix zu fressen.

Auch mit dem neuesten Garten-Trend können die Insekten eher weniger anfangen - Steine. Und zwar in allen Größen, Formen und Farben, gerne auch bunt. Die Baumärkte haben alles. Wer gerne klotzt und nicht kleckert, der lässt tonnenschwere Findlinge ankarren und baut sich seine eigenes Felsenlabyrinth. Kleinere Brocken werden neuerdings gerne in Gabionen eingepfercht, wo sie als graue Wände neugierige Nachbarsblicke abschirmen. Heckenschneiden war gestern. Heute schotte(r)t man sich ab.

Es ist ja auch eine Plage mit dem Grünzeug. Es kann einem richtig über den Kopf wachsen. Da freut sich der zur Bequemlichkeit neigende Gartenbesitzer klammheimlich über Dürresommer, in denen er sich das Rasenmähen sparen kann. Bei 40 Grad wächst nicht mal Unkraut. Und wenn sich das Klima schon mal ändert, dann passen wir eben auch unsere Gärten an. Es lebe die Steinwüste. Alles sauber und ordentlich deutsch - und das auf Dauer. Kein Unkraut und Ungetier hat hier mehr eine Chance. Für Bienennahrung sollen doch gefälligst Landwirte oder Gemeinden sorgen und Blühstreifen anlegen. Wir empfehlen noch Kunstrasen, dann kann man sich sogar den Mähroboter sparen. Die "schönsten" Steingärten der Republik findet man übrigens auf der Facebookseite "Die Gärten des Grauens".