Das Areal entlang der A 70 bei Thurnau gleicht einer Mondlandschaft: 250 000 Kubikmeter Erde wurden bewegt, um Platz zu schaffen. Platz für den Neubau der Autobahntrasse zwischen der Anschlussstelle Ost und Neudrossenfeld, der in Angriff genommen wird, weil der Hang entlang der jetzigen Strecke extrem rutscht und die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann.

Bewegungen im Hang

Dass nun auch die neue Böschung nicht standfest sein soll - ein Gerücht, das sich in den vergangenen Wochen und Monaten hartnäckig gehalten hat. Und die Behauptungen entbehren nicht jeder Grundlage, denn bei den Erdarbeiten für den Geländeeinschnitt an der neuen Böschung wurden tatsächlich Bewegungen im Hang registriert. Was die Planer allerdings nicht überrascht hat, wie Thomas Pfeifer, der Leiter der Dienststelle Bayreuth der Autobahndirektion Nordbayern, mitteilt. "Wir haben gewusst, dass es ein anspruchsvoller Baugrund ist, und deshalb damit gerechnet, dass auch Sicherungsmaßnahmen notwendig sein werden." Mit einem Schwerlast-Flächenfilter aus Steinbruchmaterial werde nun für die Standsicherheit gesorgt.

4,2 Kilometer

In welchem Bereich die neue Strecke verlaufen wird, ist schon für alle ersichtlich, die auf der Staatsstraße zwischen Thurnau und Langenstadt unterwegs sind. Von hier aus bietet sich ein Blick auf die neue Trassenführung. Auf 4,2 Kilometern Länge wird die A 70 neu gebaut, dabei bis zu 200 Meter in Richtung Norden verschoben.

Je zwölf Meter breit

Je zwölf Meter breit werden die beiden Fahrbahnen in Richtung Bayreuth und Bamberg sein. Der Geländeeinschnitt, der dafür erforderlich ist, ist gewaltig.

Wer die Baustelle sieht, kann noch nicht erkennen, wie künftig die Staatsstraße 2189 verlaufen wird. "Die gesamte Maßnahme setzt sich quasi wie ein Puzzle zusammen", so Thomas Pfeifer. Was ins Auge sticht, sind die Brückenarbeiten an der Anschlussstelle Thurnau-Ost, die komplett erneuert wird. Nördlich und südlich wird künftig die Staatsstraße über zwei Kreisverkehre verknüpft und auf einer Brücke über die A 70 geführt. Die Staatsstraße verläuft dann nicht mehr nördlich, sondern südlich der Autobahn.

Keine großen Beeinträchtigungen

2020 werden die Vorarbeiten für die neue Autobahntrasse abgeschlossen, 2021 steht dann der eigentliche Straßenbau an, der den Verkehr auf der A 70 nicht stark beeinträchtigen wird. Denn die Baustelle befindet sich parallel zur Straße. "Es wird auf der Autobahn zumindest immer je eine Fahrspur in beide Fahrtrichtungen zur Verfügung stehen", sagt Thomas Pfeifer.

Die neue Autobahntrasse soll im Herbst 2023 befahrbar sein.