Die Arbeiter der Firma Kaspar Schulz waren am Dienstag dabei, die Brauerei in dem Gebäude unterhalb des Eishauses aufzubauen.

"Wir haben uns bewusst für die Bamberger Brauereimaschinenfabrik entschieden", erklärt Schimpf, der der Sprecher der Bräuwerck AG ist. Denn die Firma sei nicht nur in der Nähe, wenn es einmal Reparaturen gibt beziehungsweise Ersatzteile gebraucht werden, sondern fertige sogar 80 Prozent ihrer Teile noch selbst. Und das sei heutzutage etwas Besonderes.

Rund fünf Stunden dauere ein Brauvorgang, ein Sud seien zehn Hektoliter. Ein Ausstoß von 1800 bis 2000 Hektoliter im Jahr sei möglich.

Bislang bezieht das Bräuwerck sein Bier aus der Kohlenmühle aus Neustadt an der Aisch.
Die Brauerei, die nun in Neudrossenfeld eingerichtet wird, entspreche weitgehend der Anlage dort.

Nach den Worten von Rainer Schimpf ist geplant, vor allem im Winter auch Spezial-Biere anzubieten: Bockbier, dunkle Biere ... "Wir müssen schauen, was die Leute wollen. Es gibt ja eine große Vielfalt an Bieren. Ziel ist es, den Geschmack der Leute zu treffen."

Eine erste Bilanz

Das Bräuwerck hat inzwischen einige Zeit geöffnet. Zeit für eine erste Bilanz. "Am Wochenende gibt es oft einen Ansturm, unter der Woche ist es durchschnittlich." Ziel sei es, noch mehr Mittagsgäste zu locken. "Deshalb haben wir bewusst keinen Ruhetag", betont Schimpf.

Gäste locken sollen auch das geplante Info-Zentrum über die Region im Eishaus und die Lindenausstellung im Nachbargebäude, die voraussichtlich Mitte Mai eröffnet werden soll. Mehrere Modelle von verschiedenen Tanzlinden sind schon aufgebaut. Für das Info-Zentrum ist eine Eröffnung für Juni/Juli angepeilt. Hier könnten Gemeinden, Museen, Firmen usw. Infomaterial zusenden, das dann dort gezeigt werden kann. "Das wird langsam wachsen." Schimpf sieht das Info-Zentrum als "Tagungszentrum auf dem Lande".

Die Kritik, der Gastronomie in Neudrossenfeld staatlich geförderte Konkurrenz zu machen, will Schimpf nicht stehen lassen. Er weist darauf hin, dass das ehemalige Hölzelareal, auf dem sich die Brauerei befindet, zwar mit Fördermitteln hergerichtet worden ist, es sich aber auch um ein öffentlich zugängliches Denkmal im Gemeindebesitz handelt.

Nur ein Pächter

Die Bräuwerck AG sei nur ein Pächter und habe 800 000 Euro investiert. Allein die Brauerei koste über 500 000 Euro. Bis auf die Ausgaben für die öffentlichen Einrichtungen (Lindenausstellung, Info-Zentrum) zahle das Bräuwerck alle laufenden Kosten.

"Wer eine andere Lösung für das Gelände gehabt hätte, hätte sie aufzeigen können. Aber ich habe bis heute keine Antwort bekommen", stellt Schimpf klar.

Unentgeltlich tätig

Er betont auch, dass er unentgeltlich für die Bräuwerck AG tätig ist. Er habe sich von gemeindlicher Seite um das Projekt gekümmert, "weil sich kein anderer gefunden hat", sagt Schimpf, der Verwaltungsleiter in Neudrossenfeld ist. Schimpf sagte zugleich zu, auf die anderen gastronomischen Betriebe zuzugehen, gegebenenfalls eine gemeinsame Werbegemeinschaft zu gründen, um Besucher nach Neudrossenfeld zu locken.

Er sieht das Areal als Treffpunkt für die Bevölkerung. Um das zu unterstreichen, bietet er an, den Biergarten, der inzwischen schon teilweise geöffnet ist, am 30. April/1. Mai den örtlichen Vereinen für eine Maifeier zur Verfügung zu stellen. Die Vereine könnten die Besucher bewirten und den Erlös behalten. "So ein Angebot kann man bei verschiedenen Anlässen wiederholen. Die Leute sollen begreifen, dass ihnen das Gelände gehört. Denn was nutzt das schönste Areal, wenn es leer steht."