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Kulmbach
Corona-Pandemie

Rasanter Anstieg der Corona-Zahlen: Was jetzt in Kulmbach beachtet werden muss

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist im Landkreis Kulmbach sprunghaft angestiegen. Das Landratsamt zieht Konsequenzen.
 
Coronavirus
In der Abstrichstelle des Landkreises Kulmbach wurden in den vergangenen Tagen Hunderte Corona-Tests genmmen. Symbolfoto: pixabay.com

Noch vor einer Woche war die Freude im Landkreis Kulmbach groß. Als eine der wenigen im Freistaat Bayern galt die Region als coronafrei: Es gab keinen einzigen Infizierten.

Innerhalb weniger Tage hat sich das Blatt gedreht. Auf einer privaten Feier haben sich zahlreiche vor allem junge Leute mit dem Coronavirus infiziert. Damit stieg der sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz-Wert in der Stadt Kulmbach samt Landkreis auf 54,28 -   Stand Mittwoch (16. September 2020), 17 Uhr. Das geht aus Angaben des "Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit" hervor. 

Corona in Kulmbach: Das müssen Sie jetzt beachten

Der Sieben-Tage-Inzidenz-Wert ist eine Kennziffer, die sich aus der Zahl der positiven Fälle ergibt, hochgerechnet auf eine Einwohnerzahl von 100 000. Damit soll zum einen das Infektionsgeschehen in verschiedenen Landkreisen vergleichbar gemacht werden. Zum anderen dient die Kennzahl dem Gesetzgeber als Grundlage für Vorschriften und Anordnungen.

Eine entscheidende Grenze ist ein Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von 35. Wird er erreicht, greifen verschiedene Beschränkungen im öffentlichen Leben. Der Landkreis Kulmbach hat diese gestern als dringende Empfehlung formuliert.

Noch. Denn spätestens dann, wenn der Inzidenz-Wert die Zahl 50 erreicht, werden aus den Empfehlungen verbindliche Anordnungen. In Kulmbach könnte das in Kürze der Fall sein. Noch nämlich stehen die Ergebnisse von rund 220 Tests aus.

Folgende dringenden Empfehlungen gibt das Landratsamt:

  • Bleiben Sie mit Symptomen zu Hause und vermeiden Sie Kontakte mit anderen. Typische Symptome einer Corona-Infektion finden Sie hier. Lassen Sie sich bei Symptomen, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hindeuten, unbedingt testen. Wenden Sie sich telefonisch an Ihren Hausarzt.

  • Der Aufenthalt im öffentlichen Raum sollte nur noch in Gruppen von maximal fünf Personen stattfinden. Davon unberührt bleiben Gruppen, denen ausschließlich Angehörige des eigenen Hausstandes angehören.

  • Die empfohlene Kontaktbeschränkung sollte analog in allen Gastronomiebetrieben umgesetzt werden. Die jeweils verantwortlichen Betreiber werden aufgefordert, das entsprechend umzusetzen.

     



  • Veranstaltungen, die nicht für ein beliebiges Publikum angeboten werden oder nur von einem absehbaren Teilnehmerkreis besucht werden (Hochzeiten, Beerdigungen, Geburtstagsfeiern, Vereins- und Parteisitzungen) und nicht öffentliche Versammlungen sollen auf eine Teilnehmerzahl von 50 Personen in geschlossenen Räumen und maximal 100 Personen unter freiem Himmel begrenzt werden.

  • Für den Trainingsbetrieb im Bereich des Amateur- und Freizeitsports wird dringend empfohlen: Die vorgeschriebenen festen Trainingsgruppen sollten in geschlossenen Räumen maximal zehn Personen oder maximal 20 Personen unter freiem Himmel nicht überschreiten. Das gemeinsame Nutzen von Trinkflaschen ist unbedingt zu vermeiden. Auf Trainings- oder Freundschaftsspiele sollte ebenfalls verzichtet werden.

  • Im Schulbetrieb gilt derzeit die Stufe 2 eines Drei-Stufen-Plans des Bayerischen Kultusministeriums. Sie sieht eine generelle Pflicht für Schülerinnen und Schüler zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung auch am Sitzplatz im Klassenzimmer vor, wenn dort der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet ist. Die Pflicht wird auch auf Grundschüler ausgeweitet. Diese Maskenpflicht gilt für die ersten zwei Wochen im Schuljahr ohnehin. Vor der nächsten Schulwoche wird das Gesundheitsamt die Lage beurteilen und eine Entscheidung über die Fortführung treffen. Den Trägern von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie vergleichbaren Einrichtungen wird empfohlen, ihre Besuchsregelungen anhand der aktuellen Infektionslage zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

    Auf die Einhaltung der Abstandsregelungen sowie der Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, ist unbedingt zu achten. Über die gesetzliche Pflicht zum Tagen einer sogenannten Alltagsmaske hinaus sollte die sooft wie möglich verwendet werden. Generell rät das Landratsamt Kulmbach zur Beachtung der sogenannten AHA-Regel: Abstand - Hygiene - Atemmaske.

Auch in Würzburg verschärft sich die Corona-Lage: Die Stadt hat deshalb nun neue Beschränkungen beschlossen.