Müssen im Landkreis Kulmbach bald konkrete Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen? Das ist nicht auszuschließen, nachdem die Zahl derer, die an Covid-19 erkrankt sind, am Wochenende stark gestiegen ist.

Waren es am Freitag acht Infizierte, so wurden am Sonntagmittag schon 24 gezählt, die in die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz fallen. Das Inzidenz ist die Kennziffer, die das Infektionsgeschehen regional vergleichbar machen soll, die aussagt, wie viele Menschen in der untersuchten Region in sieben Tagen neu erkrankt sind - nicht in absoluten Zahlen, sondern bezogen auf 100.000 Einwohner.

Neue Corona-Fälle übers Wochenende im Landkreis Kulmbach

Erreicht die Inzidenz einen Wert von 35, tritt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit den zuständigen Gesundheitsbehörden in Kontakt, um über Gegenmaßnahmen zu beraten. Steigt der Inzidenzwert über 50, müssten weitergehende Maßnahmen ergriffen werden, wie Oliver Hempfling erläutert, der Jurist am Landratsamt und Leiter des Corona-Krisenstabs ist. Zu beobachten ist das gerade zum Beispiel in Würzburg - wo ab Montag verschärfte Kontaktbeschränkungen gelten.

Die 35er-Grenze könnte in Kulmbach stündlich gerissen werden. Das wäre der Fall, wenn - bezogen auf die etwa 72.000 Einwohner - 25 Personen infiziert wären. "Wir müssen damit rechnen, dass das passiert", sagte Hempfling, der am Sonntag mit dem Team des Gesundheitsamtes bemüht war, die Infektionsketten nachzuverfolgen.

An einer Realschule in Kulmbach wurden außerdem drei Schüler positiv getestet, weshalb sich nun über 90 Schüler in Quarantäne befinden. Im Falle der Realschule sei es möglich, dass sich die zwei Zehntklässler bei einer Feier angesteckt haben, die sie beide besucht haben. Bei den weiteren 14 am Wochenende registrierten Corona-Fälle gebe es unterschiedliche Infektionsherde. Zumeist hätten sich Leute infiziert, die Kontaktpersonen von Infizierten waren.