Kulmbach
Sommerwelle

Corona-Hotspot Kulmbach: Klinikum mit überraschenden Patientenzahlen

Der Kreis Kulmbach zählt weiter zu Deutschlands Corona-Hotspots. Am Klinikum Kulmbach mussten zuletzt OP-Säle gesperrt und planbare Behandlungen verschoben werden, weil Personal fehlte. Doch die Patientenzahlen überraschen.
Kulmbach bleibt Corona-Hotspot - trotz sinkender Inzidenz: So ist die Lage am Klinikum
Der Landkreis Kulmbach zählt weiterhin zu den bundesweiten Corona-Hotspots. Sind die hohen Infektionszahlen auch am Kulmbacher Klinikum zu spüren? inFranken.de hat nachgefragt. Foto: Ralf Dieter Bischoff/Archiv
  • Sommerwelle: Corona-Lage im Landkreis Kulmbach bleibt angespannt
  • Trotz sinkender Inzidenz: Region zählt weiter zu bundesweiten Hotspots
  • OP-Säle gesperrt: Klinikum musste zuletzt planbare Behandlungen verschieben
  • Corona-Fallzahlen in Krankenhaus aber "seit Wochen auf konstant niedrigem Niveau"

Der Landkreis Kulmbach war im August über mehrere Tage hinweg Deutschlands Corona-Hotspot Nummer 1. Die 7-Tage-Inzidenz der Region lag dabei fortwährend im vierstelligen Bereich, wies also einen Wert oberhalb der 1000er-Marke auf.

Klinikum Kulmbach: OP-Säle zuletzt gesperrt - aber Corona-Fälle "seit Wochen auf konstant niedrigem Niveau"

Obwohl die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen spürbar zurückgegangen ist, zählt der Kreis Kulmbach laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) noch immer zu den bundesweiten größten Corona-Hochburgen. Mit einem Wert von 554,4 hat die Region am Mittwoch (24. August 2022) die achthöchste Inzidenz in Deutschland. Sind die hohen Infektionszahlen auch am Kulmbacher Klinikum zu spüren? inFranken.de hat nachgefragt.

Kulmbachs teils astronomische Inzidenzwerte der vergangenen Wochen machen sich laut Angaben des Klinikums Kulmbach nicht in der Auslastung des Krankenhauses bemerkbar. "Die Corona-Fallzahlen am Klinikum sind seit Wochen auf konstant niedrigem Niveau", erklärt Geschäftsführerin Brigitte Angermann inFranken.de. "Derzeit werden neun Patienten behandelt, keiner davon intensivmedizinisch."

Auch die Beschäftigten des Klinikums können wohl erst einmal durchatmen. "Nach einem enormen Anstieg in den letzten beiden Wochen, hat sich die Personalsituation in dieser Woche wieder deutlich entspannt", berichtet Angermann. "Dennoch befinden wir uns natürlich auch noch in der Haupturlaubszeit."

Banger Blick in den Herbst: Zusammentreffen von Corona-Zunahme und Grippe-Welle "problematisch"

Wegen fehlender Mitarbeiter konnten im Krankenhaus zuletzt manche Eingriffe nicht wie gewohnt stattfinden. "In den letzten beiden Wochen mussten vier beziehungsweise drei OP-Säle gesperrt und planbare Behandlungen verschoben werden", teilt die Geschäftsführerin des Klinikums. "Ab sofort können die planbaren Behandlungen wieder wie gewohnt stattfinden."

Mit Blick auf die kommenden Monate rechnet Angermann derweil mit abermals steigenden Covid-19-Infektionen. "Eine Zunahme der Corona-Zahlen im Herbst ist wahrscheinlich". erklärt sie. "Problematisch" werde dies insbesondere dann, wenn der Anstieg der Corona-Zahlen mit einer Grippe-Welle zusammentreffe.

Aus Australien und Spanien höre man bereits Berichte über relevante Influenza-Zahlen. "Dementsprechend sollten auch die Empfehlungen der ständigen Impfkommission zur Grippeschutzimpfung im Herbst beachtet werden."

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