In Norwegen ist die Rentierjagd abgesagt worden. Nicht etwa zum Schutz der Tiere, sondern der Menschen. Denn das Wild ist radioaktiv verstrahlt, die zuständige Aufsichtsbehörde warnt eindringlich vor dem Verzehr des Fleisches. Bei Stichproben wurden hohe Cäsium-137-Werte von bis zu 8200 Becquerel (Bq) gemessen. Zum Vergleich: Der bundesweit gültige Grenzwert liegt bei 600 Bq. Die Rentiere haben in diesem Jahr besonders viele Pilze gefressen, deren Wurzelwerk (Mycel) atomar belastet ist. Atompilze sozusagen. Und das 28 Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl.

Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz rührt die Belastung der Pilze aus eben jenem Katastrophenjahr 1986. In Deutschland regnete die atomare Wolke ihre unheilvolle Ladung vor allem über dem Süden Bayerns ab. Das Cäsium von damals hat eine Halbwertszeit von rund 30 Jahren - und ist damit immer noch im Boden vorhanden, aber eben nur noch in halber Dosierung.