Untreue in 23 Fällen, falsche eidesstattliche Versicherung, Verstöße gegen das Waffen-, Sprengstoff- und Betäubungsmittelgesetz: Der als Bunker-Mann bekannt gewordene Himmelkroner (Landkreis Kulmbach) muss für vier Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das Urteil fiel am Donnerstag vor dem Landgericht Bayreuth. Vorsitzender Richter Michael Eckstein zeigte sich überzeugt, dass der 36-Jährige die ihm zur Last gelegten Straftaten begangen hat.

Der Bunker-Mann hatte in den Jahren 2010, 2012 und 2013 erhebliche Beträge vom Konto seines Arbeitgebers auf sein eigenes Konto überwiesen. "Offensichtlich hatte der Angeklagte erheblichen Eigenbedarf an Finanzmitteln. Die Gründe dafür liegen im Dunkeln. Später hat dann der Bau des Bunkers erhebliche Summen verschlugen", so Richter Eckstein. Insgesamt wurde der Arbeitgeber, ein Elektro-Betrieb aus dem Landkreis Kulmbach, um rund 192 000 Euro geschädigt.

Der Firmenchef hatte sogar privates Geld aus aufgelösten Versicherungen auf das Betriebskonto überwiesen, um eine Schieflage des Geschäfts zu vermeiden. Auch dieses Geld zweigte der Angeklagte alsbald wieder ab.


Wandstärke bis zu 1,70m

Als die Machenschaften des Bunker-Manns schließlich aufflogen, wurde ein Arrestverfahren eingeleitet. Nachdem der 36-Jährige am 8. Dezember 2014 in seinem Fahrzeug angehalten wurde und verhaftet werden sollte, staunten die Polizeibeamten nicht schlecht, als sie zwei selbst hergestellte Handgranaten im Auto fanden. Eine Durchsuchung des Anwesens in Himmelkron folgte.

Dort wurde der Bunker im Garten des Angeklagten entdeckt. Mit Wandstärken von bis zu 1,70 Meter sei der Bau sehr professionell angelegt worden, so Richter Eckstein.

Doch nicht nur die Entdeckung des Bunkers war eine Überraschung. Denn in dem Bau befanden sich mehrere selbst gebastelte Handgranaten, Rohrbomben, Schwarzpulver und weitere explosionsgefährliche Stoffe.

Und noch einen weiteren Fund machten die Ermittler: fast ein Kilo Marihuana. Angeblich wollte der Mann, der unter brennenden Dauerschmerzen (Morbus Sudeck) in beiden Handgelenken leidet, damit die Schmerzen betäuben. Diese Argumentation war "eine der wenigen Sachen", die dem Richter schlüssig erschien. Aber die Menge sei dennoch "beträchtlich".


Lügengebäude aufgebaut

Zu Ungunsten des Angeklagten wertete der Richter die Tatsache, dass er vor Gericht eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hat, von einem Konto, auf das er Geld überwiesen hat, nichts zu wissen. Er habe ein Lügengebäude aufgebaut und seinen Arbeitgeber mit belastet und in Misskredit gebracht. "Das hat diesem massiv zugesetzt." Letztlich habe der 36-Jährige aber seine Taten zugegeben und den Firmeninhaber vollständig rehabilitiert.

In seinem Urteil berücksichtigte der Richter, dass der Angeklagte nicht vorbestraft ist und gestanden hat. Der Bunker-Mann erklärte noch vor Gericht, dass er das Urteil akzeptiert.