Neben dem Neubau des Begegnungszentrums mit Arztpraxis im Hauptort Marktleugast stand die Vorstellung der Machbarkeitsstudie "Marienweiher 16" mit Nutzungskonzept im Vordergrund der Marktgemeinderatssitzung am Montagabend in der Schulturnhalle. Architekt Stefan Schlicht vom Architekturbüro Schlicht Lamprecht Architekten aus Schweinfurt stellte die Studie für ein "Begegnungs- und Bildungszentrum" vor.

Schlicht betonte, dass bereits viele Gespräche und Treffen wie mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Bamberg, der Projektgruppe Marienweiher und dem Amt für Denkmalschutz stattgefunden hätten. Zusammen mit Pfarrer Manfred Striegl fand eine Besichtigung des Hauses Johannisthal in Windischeschenbach statt. In einer ersten großen Runde der Projektgruppe, bei der auch die Gastronomen von Marienweiher dabei waren, wurde analysiert, welchen Bedarf Marienweiher an dem Haus und Grundstück hat, welcher Raumbedarf notwendig ist und welchen Nutzungen es zugeführt werden könnte.

Grundsätzlich sollte das Grundstück bis auf die Scheune geräumt werden, auch der spätere Anbau und das Toilettenhaus könnten abgebrochen werden. Im Vorbereich muss die Treppe erneuert und Vorgarten hergerichtet werden. Neu gestaltet werden kann durch den Abbruch des Anbaus die hintere Zufahrt. Zum Nachbargrundstück hin ist ein Ersatzbau über dem Gewölbekeller möglich, der aus Sicht des Denkmalschutzes erhalten bleiben muss. Somit bietet sich an, einen zweigeschossigen Anbau zu errichten, um die benötigten Platzflächen zu erhalten.

Keine Kostengarantie

Die Kosten können bei einem bestehenden Gebäude nur geschätzt werden. Dazu wird ein gewisser Betrag pro Kubikmeter angenommen, der bei vergleichbaren Projekten zwischen 604 und 800 Euro pro Kubikmeter lagen, sagte der Architekt.

Für dieses Gebäude wurden jetzt 850 Euro angenommen, um auf der sicheren Seite zu stehen. An Gesamtkosten wurden somit knapp 4,52 Millionen Euro ermittelt.

Bürgermeister Franz Uome (CSU) wies auf die Bedeutung dieses Projektes hin, bei dem der Blick in die Zukunft auf nachfolgende Generationen gerichtet werden müsse. Er wiederholte die Stellungnahme des Projektkoordinators am Landratsamt Kulmbach, Klaus Bodenschlägel, dass hier ein seriöses Zahlenwerk und eine gute Planung vorlägen.

Für den Zuschussgeber ist diese Maßnahme ein Initialprojekt für Marienweiher. Und auch das Amt für Ländliche Entwicklung Bamberg spreche sich sehr für diese Maßnahme aus.

Schlicht schaute auf ein schönes Gebäude - die Anfänge stammen aus dem Jahr 1658 - mit großem Sanierungsbedarf. Die Bausubstanz ist zu modernisieren und zu sanieren. Es sind großen Flächen da. Daher gelte es, das Grundstück zu öffnen und eine schöne Hoflösung zu finden.

Neben dem Pilgerbüro sollten unter anderem ein Empfang mit Garderobe, Toiletten, Küche und Speiseraum, ein kleiner Verkaufsraum sowie eine Bibliothek vorhanden sein. Gedacht ist auch an einen großen Seminarraum sowie kleine Gruppenräume.

Zu denken ist an Besprechungs- und Ruheräume, nicht fehlen darf ein Fernsehraum. Gedacht werden kann möglicherweise auch an ein kleines Museum über die Oberfranken-Stiftung. Vorgeschlagen ist zudem im Außenbereich eine Terrasse sowie einen Pavillon zu etablieren.

"Das, was wir jetzt haben, ist die letzte Chance, um aus dem Anwesen Marienweiher 16 etwas Gescheites zu machen", sagte Norbert Volk (WGM). Sein Ratskollege Hans Pezold (WGM) bat, einen Zeitablauf zu benennen, um das Vorhaben in die Umsetzung zu bekommen.

Und Stefan Schlicht betonte: "Sie haben mit der Basilika ein riesengroßes Zugpferd." Es müsse "Leben reinkommen, damit es für unseren Marienwallfahrtsort ein Erfolg wird", machte Daniel Schramm (CSU) deutlich.

Chance für den Wallfahrtsort

"Um für Pilger schlichte Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen, wäre das Gebäude ideal", meint Margareta Schoberth (CSU). Auch Setrick Röder (FW) betonte die große Chance, die der Marienwallfahrtsort Marienweiher mit dem Projekt bekomme. "Das ist ein Vorhaben, aus dem neben Marienweiher die gesamte Marktgemeinde profitiert", strich Clemens Friedrich (HBG) heraus.

Bürgermeister Franz Uome (CSU) möchte zügig mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Bamberg handeln. Bis Ende des Jahres sollte der Förderbescheid da sein, um in die Planung zu kommen. Es ist und werde ein Projekt für die nächsten 100 Jahre. Architekt Stefan Schlicht forderte das Ratsgremium nochmals auf, der Maßnahme zuzustimmen. Das geschah einstimmig.