Eigentlich wäre an diesem Wochenende Altstadt. Aber die Pandemie macht dem Fest wieder einen Strich durch die Rechnung. Was aber den einen oder anderen nicht davon abhalten könnte, dennoch zu feiern und dabei über die Stränge zu schlagen - vor allem in der Oberen Stadt. Damit es nicht wie Mitte Juni zu unschönen Szenen kommt, wird die Polizei auf der Feiermeile wieder erhöhte Präsenz zeigen.

"Wir hoffen, dass die Leute wie am vergangenen Wochenende vernünftig sind und sich trotz des Altstadtfest-Termins mit Blick auf die Pandemie entsprechend verhalten", sagt der Leiter der Kulmbacher Polizeiinspektion, Peter Hübner. Dennoch würden Zusatzkräfte aus Bayreuth angefordert und in Kulmbach unterwegs sein.

Hübner geht davon aus, dass es nicht wieder wie vor einigen Wochen zu Auseinandersetzungen und Sachbeschädigungen kommt, die die Beamten gefordert hatten. "Es war ja nur an diesem einen Tag so", betont Hübner. Da sei besonders viel los gewesen, weil viele junge Leute ihr Abitur gefeiert hatten.

Allerdings hatte es im vergangenen Jahr, als auch schon das Altstadtfest abgesagt worden war, einige gegeben, die damals über die Stränge geschlagen haben, gibt Hübner zu bedenken. Deshalb wird die Polizei wieder kontrollieren.

Ein Problem sei, dass viele ihr Bier von Zuhause mitbringen. Zwar sei grundsätzlich die Mitnahme von Alkohol erlaubt, aber nicht dessen Verkostung auf öffentlichen Flächen in der Obere Stadt. "Wir haben deswegen schon Platzverweise ausgesprochen und die Leute wegbegleitet. Acht Mal war das am vergangenen Wochenende der Fall. Wer zurück wollte, musste den Alkohol entsorgen." So sei schon die eine oder andere Flasche in den Abfall gewandert. Hübner weiß auch von Fällen, in denen Feierlustige mit ganzen Kästen Bier angerückt waren. "Das haben wir unterbunden."

Vorsicht geboten wegen Delta-Variante

Der Leiter der Polizeiinspektion hat zwar "großes Verständnis" für die jungen Leute, die nach der langen Corona-Pause jetzt außen feiern wollen. "Aber man muss trotzdem die Gegebenheiten sehen. Es gibt inzwischen Infektionen mit der Delta-Variante in Oberfranken. Man kann sich damit sogar im Außenbereich anstecken." Nachdem die Masse der jungen Leute nicht geimpft sei, sollte man Abstand halten.

Neben dem Ärger über den Lärm der Feierlustigen ist auch das Wildpinkeln ein Thema. Wer seine Notdurft an der frischen Luft erledigt und dabei erwischt wird, der erhält eine Anzeige und einen Bußgeldbescheid. Zwei Wildpinkler hatte die Polizei letztes Wochenende ertappt, die nun zur Kasse gebeten werden.

Die Polizei kennt zudem ihr Klientel, das sich unter die Feierlustigen in der Oberen Stadt mische und Streit suche. "Jede Stadt hat eine bestimmte Personengruppe - in Kulmbach sind es 30 bis 40 Leute - die uns das ganze Jahr über beschäftigt und meist Alkohol- und/oder Drogenprobleme hat. Sobald die was nehmen, ticken die aus."

Auch augenscheinlich unauffällige Personen seien hin und wieder wie ein Wolf im Schafspelz: "Wenn wir einschreiten, können Sie sicher sein, dass das nicht aus Jux und Tollerei ist, sondern dass im Vorfeld was passiert ist."

Die Stadt Kulmbach hat extra für das Wochenende zusätzlich zur bisherigen Beschilderung noch weitere "deutliche Alkoholverbotsschilder" für die öffentlichen Plätze ausgehängt, erklärt Pressesprecher Jonas Gleich. Er verweist darauf, dass der Freiflächenausschank an allen Tagen bis zum Ende der Fußball-Europameisterschaft (11. Juli) bis 23 Uhr erlaubt ist. "Wir haben die Gastronomen auf die Regelungen und Maßnahmen hingewiesen und sie um Einhaltung gebeten. Wir wissen, dass sie das umsetzen, weil es auch in ihrem Interesse ist, dass alles geregelt abläuft."

Am kommenden Mittwoch werde dann bei einem Runden Tisch das Wochenende aufgearbeitet.