Zum Beispiel an der Brücke bei Harsdorf. Dort bringen die Arbeiter der Pegnitzer Firma Diersch gerade eine Zementschicht auf und erneuern die Kappen der Brücke. Hier soll in den nächsten Wochen auch ein Lärmschutz gebaut werden.

Der Dienststellenleiter der Autobahndirektion Nordbayern, Wolfgang Lukas, zeigt sich zufrieden mit dem Fortgang der Arbeiten auf der 7,6 Kilometer langen Strecke. Derzeit wird am Fahrstreifen Richtung Bayreuth gearbeitet. "Die Fahrtrichtung Bamberg ist 2013 erfolgreich abgeschlossen worden. Nun ist die Gegenrichtung dran", freut er sich und weist darauf hin, dass der Verkehr dabei auf jeweils nur einer Spur fließt. "In diesem Jahr kann der Verkehr über die bereits ausgebaute Fahrbahnseite laufen. Das geht natürlich viel reibungsloser als im letzten Jahr." Zu Stauungen komme es zu den Stoßzeiten dennoch immer mal wieder. Derzeit sei aber alles völlig im Rahmen.
Auch Melanie Neugebauer, die an der Aral-Tankstelle in Unterbrücklein arbeitet, bestätigt, dass es sich immer mal staut. "Vor allem freitags, das ist klar. Aber das war auch schon vor der Baustelle so." Mehr Behinderungen als sonst hat sie nicht bemerkt.

Das unterstreicht Thomas Hermann aus Hirschhausen. Er fährt einmal die Woche durch die Baustelle. "Im vergangenen Jahr, als der Verkehr noch über die alte Straße gelenkt wurde und man in regelrechten Schlangenlinien unterwegs war, war es schlimmer. Heuer habe ich noch keine Schwierigkeiten in der Baustelle erlebt."

Weniger Umsatz in der Tankstelle

Im Herbst sollen beide Fahrtrichtungen fertig gestellt sein. Die Betreiber der Tankstelle können dann wieder aufatmen. Denn ein bisschen merkt man die Baustelle schon am Umsatz, vor allem jetzt, wo die Baustelle auf der Tankstellen-Seite ist, so Betreiber Thomas Neugebauer. Aber etwas Gutes hat die Situation auch: "Das Verhältnis zu den Bauarbeitern ist richtig gut, und auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde läuft super. Alle ziehen an einem Strang", freut er sich. Trotzdem ist er froh, wenn das Großprojekt im Herbst abgeschlossen ist. Dann sollen nicht nur die jeweils zwei Fahrstreifen und ein Standstreifen fertiggestellt sein, sondern auch die Brücken und der Lärmschutz. Das freut dann vor allem die Anwohner.

"Lärmschutz absolut notwendig"

Eine von ihnen ist Angelika Schaller aus Unterbrücklein. Sie selbst kann zwar von der Lärmschutzwand nicht profitieren, ihre Nachbarn in Oberbrücklein jedoch schon. "Der Schutz ist absolut notwendig. Wir waren erst zum Grillen bei den Nachbarn in Oberbrücklein eingeladen. Dort hat man das Gefühl, die Autos fahren durch den Garten. Wir in Unterbrücklein sind noch durch eine Hecke und die Böschung geschützt, das fängt doch einiges ab." Drei Lärmschutzwände werden auf Höhe Harsdorf, Oberbrücklein und Waldau errichtet.

Im Rahmen des 50-Millionen-Euro-Projekts werden beide Richtungsfahrbahnen saniert, dazu wird die Straße teils abgerissen und neu aufgebaut. Elf Meter breit sollen die Richtungsfahrbahnen sein und künftig auch über einen Standstreifen verfügen. Im Zuge der Sanierung wird auch die Steigung am Harsdorfer Berg abgeschwächt und der Kurvenradius verkleinert. Nach der Sanierung soll die Strecke auf der A70 zwischen Kulmbach/Neudrossenfeld und dem Dreieck Bayreuth/Kulmbach sicherer sein und der Verkehr leiser fließen.