Standesgemäß zur Kirchweih hat der SV Friesen am vergangenen Samstag mit einem 5:2-Heimerfolg gegen den FC Herzogenaurach den vorzeitigen Klassenerhalt in der Landesliga Nordost unter Dach und Fach gebracht. "Unser vorrangiges Ziel war der Klassenerhalt, diesen haben wir trotz vieler personeller Probleme durch sehr gute Leistungen in den letzten Wochen geschafft. Dafür ziehe ich meinen Hut vor der Mannschaft", sagt Friesens Trainer Armin Eck, der sich und seiner Truppe nun neue Ziele setzt. "Wir wollen noch den einen oder anderen Punkt holen und einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Das ist im Bereich des Möglichen, auch wenn es natürlich gegen starke Gegner geht."

SV Friesen (10./42) - SC Feucht (2./71)

Der möglicherweise stärkste Gegner überhaupt, der Tabellenzweite SC Feucht, gastiert am Samstag um 14 Uhr in Friesen. Für die Mittelfranken ist im Endspurt noch alles möglich: Der direkte Aufstieg, die Relegation oder der undankbare dritte Platz. "Für mich haben die Feuchter den besten Kader der Liga und aktuell auch die beste Form der Topklubs. Eigentlich hätte ich erwartet, dass sie ganz oben stehen, aber das zeigt auch, dass die Liga einfach kein Selbstläufer ist", erklärt Eck. Nach der überraschenden 1:2-Heimniederlage gegen Mitterteich im ersten Spiel des Kalenderjahres Anfang März ist der SC aber richtig auf Betriebstemperatur gekommen und holte in den vergangenen acht Partien mit 22 Zählern fast die Maximalausbeute. Aktuell befinden sich die Feuchter, die über eine Reihe von Akteuren mit Dritt- und Regionalliga-Erfahrung verfügen, auf großer "Auswärtstournee" mit fünf Spielen in Folge auf fremdem Rasen. Zuletzt gab es einen souveränen 3:0-Erfolg beim FC Lichtenfels. "Normalerweise klaffen zwischen Feucht und uns Welten, aber wir wollen sie zumindest ärgern. Der Druck liegt bei ihnen", sagt Eck.

Sein Gegenüber Florian Schlicker meint: "Grundsätzlich kann jede Mannschaft ein Stolperstein sein. In den letzten Wochen gab es in der Liga viele wilde Ergebnisse. Wir haben noch drei Endspiele. So werden wir diese auch angehen." Im Hinspiel im Oktober blieb eine Überraschung beim 4:0-Heimsieg des SC über Friesen aus.

Nachdem Nikolai Altwasser zu Beginn eine Großchance ausgelassen hatte, machte ein Doppelpack von Fabian Klose (18., 37.) bereits in der ersten Hälfte alles klar.

Gegen einen solch spielstarken Gegner sei es besonders wichtig, die Null hinten möglichst lange zu halten und idealerweise selbst früh einen Treffer zu erzielen, so Eck. "Gelingt Feucht ein schnelles Tor, wird es gegen eine Mannschaft mit solch exzellenten Einzelspielern sehr schwierig."

Schwierig gestaltet sich nach wie vor auch die personelle Situation. "Es reißt nicht ab", seufzt der Friesener Coach. Neuestes Mitglied im SV-Lazarett ist Felix Müller, der unter der Woche vom Rad stürzte und sich eine Platzwunde am Kopf zuzog. Für Altwasser, der sich beim Gastspiel in Buch an Ostern verletzte, kommt eine Rückkehr noch zu früh, dazu gesellen sich fünf Langzeitverletzte.

Immerhin eine gute Nachricht personeller Natur gibt es: Kapitän Nils Firnschild, der die vergangenen beiden Partien wegen eines Blutergusses oberhalb des Sprunggelenks pausieren musste, ist wohl wieder mit von der Partie.

SV Friesen: Wolf/Bauer - Fa. Müller, Sesselmann, Kunz, Lindner, Nützel, Daumann, Firnschild, Brandt, Söllner, Schülein, Rödel, Kemnitzer, Aust. Es fehlen: Baier, Schütz, Roger, Bauerschmidt, Altwasser, Fe. Müller, Münch (alle verletzt).