Volles Programm herrscht am ersten Liga-Wochenende nach der Corona-Pause noch nicht in der Landesliga Nordwest. Lediglich vier Nachholspiele sind angesetzt. Darunter die Partie des SV Friesen gegen den TSV Kleinrinderfeld heute um 16 Uhr. Friesens Trainer Armin Eck freut sich, dass seine Mannschaft wieder unter Wettbewerbsbedingungen antreten darf - und natürlich, dass endlich wieder Zuschauer dabei sein werden.

"Viele lechzen sicher danach, wieder auf den Fußballplatz zu gehen, sich austauschen zu können und ein Stück Normalität zurückzubekommen", sagt der 55-Jährige. Das Frankenwaldstadion sieht er im Hinblick auf die vielen Auflagen gut vorbereitet: "Der Verein hat alles dafür getan, um den Auflagen gerecht zu werden." Auch er und seine Spieler hätten sich mittlerweile an die besonderen Umstände gewöhnt.

Mit den Corona-Bedingungen und der langen Ungewissheit sei es natürlich schwierig gewesen, die Spannung im Team aufrechtzuerhalten, erklärt Eck. "Ich hätte mir schon eine bessere Trainingsbeteiligung gewünscht." Auch die Testspiele verliefen nicht ganz nach dem Geschmack des Coaches. Nur eines der sieben Spiele gewannen die Friesener, alle anderen gingen verloren. "Es waren natürlich alles gute Gegner. Die Spiele waren recht eng und ausgeglichen. Aber in den entscheidenden Momenten hat die Konzentration gefehlt. Individuelle Fehler haben zu Gegentoren geführt. Das zeigt, dass der eine oder andere noch nicht in dem Zustand ist, in dem er sein müsste", bemängelt der Trainer. Da er dazu personell nicht immer aus dem Vollen schöpfen konnte, will er die reinen Ergebnisse zwar nicht überbewerten, "aber es ist zumindest eine Warnung."

Landesliga Nordwest

SV Friesen (8./32) - TSV Kleinrinderfeld (12./26)

Diese sollten die Friesener ernst nehmen, wenn sie erfolgreich in die Restsaison starten wollen. Denn trotz eines Sechs-Punkte-Vorsprungs auf den Abstiegsrelegationsplatz - bei einem ausgetragenen Spiel weniger - blickt Eck nach wie vor erstmal nach hinten. "Wir wollen nach unten genügend Puffer haben, damit wir uns keine Sorgen mehr machen müssen. Erst dann können wir schauen, was noch möglich ist."

Etwas brenzliger ist die Situation beim heutigen Gegner aus dem Landkreis Würzburg. Der TSV ist eines von vier Teams im Tabellenkeller mit 26 Punkten auf dem Konto. "Die Kleinrinderfelder stehen mit dem Rücken zur Wand. Gegen sie wird es nicht einfach, denn sie sind sehr kampfstark, bissig und extrem unangenehm", erklärt Eck. "Aber ich bin überzeugt, dass wir gewinnen können, wenn wir unsere Leistung abrufen und nicht leichtsinnig an die Aufgabe herangehen. Das wird ein Fighter-Spiel über 90 Minuten."

Dabei muss er aber erneut auf einige Akteure verzichten. Kai Aust (muskuläre Probleme), Michael Söllner (Sehnenanriss im Sprunggelenk) und Marcell Münch (Leistenprobleme) werden definitiv fehlen. Ein großes Fragezeichen steht hinter Torwart Tobias Bauerschmidt, der sich im Training eine Schulterprellung zugezogen hat. Fraglich sind auch die Einsätze von Max Schülein (Gehirnerschütterung) und Kapitän Nils Firnschild (Leistenprobleme).

Dafür wird mit Lukas Riedel der einzige Neuzugang dabei sein. Der 24-Jährige kam vom Ligakonkurrenten VfL Frohnlach. "Wir haben in den Gesprächen gemerkt, dass er brennt. Er ist eine echte Alternative und im Defensivbereich flexibel einsetzbar. Er wurde vom ersten Training an super integriert und er kannte ja manche Spieler schon", lobt ihn sein neuer Trainer.